Zurück in die Zukunft?

Salzburg baut eine «Walküre»-Bühne nach, die 1967 für die ersten Osterfestspiele entworfen wurde. Regie darin führt Vera Nemirova. Ein Gespräch über die neue Lust an alten Produktionen

Frau Nemirova, Sie bereiten gerade ihre zweite Inszenierung der «Walküre» vor, in einem 50 Jahre alten Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen. Warum?
Weil ich die Reibung zwischen dem Alten und dem Neuen, zwischen Tradition und Gegenwart sehr spannend finde. Schneider-Siemssen hat damals ja einen hochgradig abstrakten Raum entworfen, der absolut zeitlos ist. Man bewegt sich da in keinem Moment durch ein Theatermuseum. Wir werden versuchen, diesen Raum neu aufzuladen.

Gab es Pläne, auch die Inszenierung und Lichtgestaltung Herbert von Karajans zu rekonstruieren?
Nein, zu keinem Zeitpunkt. Darauf hätte ich mich nie eingelassen – so sehr ich Karajan als großen Künstler schätze und so sehr ich es als Ehre empfinde, anlässlich des 50-jährigen «Geburtstags» der Osterfestspiele in Salzburg arbeiten zu dürfen. Wir werden eine Inszenierung aus dem Geist unserer heutigen Lebenswelt zeigen, mit Menschen, die das moderne Musiktheater aufgesogen haben, sich ganz anders verhalten und bewegen als die Akteure damals.

Schon Schneider-Siemssen hat mit Projektionen gearbeitet, er nutzte zwei Glasplatten, die, vor einer Linse platziert, gegeneinander verschoben wurden: So simulierte er im Hintergrund ...

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Opernwelt März 2017
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Albrecht Thiemann