Basso Cantante

Abgeklärt und uneitel, selbstbewusst und grundehrlich, so begegnet einem Georg Zeppenfeld im Gespräch. Und vor allem: So singt er auch. Zuletzt war das zu erleben in den «Meistersingern» der Salzburger Festspiele, als sein Pogner zum nie aufdringlichen Ereignis wurde. Der gebürtige Sauerländer, dessen künstlerische Heimat die Dresdner Semperoper ist, denkt eben gern nach – über sich, seine Karriere und die Opernszene.Georg Zeppenfeld ist abgeklärt und uneitel, selbstbewusst, grundehrlich und reflektiert – und so singt er auch. Ein Gespräch

Ist Pogner eigentlich ein Sympathieträger? Er verschachert ja seine Tochter ähnlich wie Daland...
Er wird in Salzburg als Mensch gezeigt, der Fehler macht – und das auch merkt. Bei Daland finde ich diese Tochtergeschichte gar nicht so skandalös. Zur damaligen Zeit hätte das jeder vernunftgeleitete Vater gemacht: dafür ­gesorgt, dass die Tochter unter eine möglichst prächtige Haube kommt, ohne damit persönliche Ambitionen zu verbinden.

Der Missbrauch ist bei Pogner größer, weil bei ihm eine politische Überlegung dahintersteckt und er seine Tochter instrumentalisiert. Er ist zwar stolz auf seine Bürgerlichkeit, wünscht sich aber insgeheim so zu sein wie der Adel. Als Goldschmied verkauft er seine Waren an die Aristokratie, knabbert aber dauernd daran, dass er eine Schicht darunter rangiert.

Eine dankbare Rolle für einen Bass? Oder kommt man gegen den Sachs einfach nicht an?
Das, was Pogner zu singen hat, bietet dem Sänger die Gelegenheit, viele Farben und Facetten zu zeigen. Natürlich ist der Sachs die noch vielschichtigere Partie, aber da sehe ich keine Konkurrenzsituation. Veit Pogner war eine der ersten Wagner-Partien, mit denen ich mich befasst habe, schon während des Studiums.

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Interview, Seite 38
von Markus Thiel