Auf der Bühne kriegt man keinen Schluckauf

Der Octavian aus Richard Strauss’ Rosenkavalier – diese Partie wird auf ewig mit ihr verbunden bleiben. Aber Brigitte Fassbaender hat längst große Erfolge in ihrer Zweit-, Dritt- und Viertkarriere: als Regisseurin, Intendantin und weltweit gefragte Pädagogin. Am 3. Juli feiert die gebürtige Berlinerin, Wahl-Münchnerin und Besitzerin eines oberbayerischen Anwesens ihren 75. Geburtstag. Ein Gespräch über Liederabende, Lampenfieber, Skrupel, junge Sänger – und viel zu kurze Arbeitstage

Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.

Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon ein schönes Gefühl. Und wenn es mit dem Erfolg der Inszenierungen so weitergeht: auch wunderbar.



Welche Stücke oder Komponisten passen nicht zur Regisseurin Brigitte Fassbaender?
Das habe ich noch gar nicht herausgefunden. Es ist mehr eine Frage der Häufung. Eine «Zauberflöte» könnte ich immerzu machen. Ein Musical müsste ich nicht noch einmal inszenieren. Ansonsten schrecke ich vor nichts zurück. Ich würde mir wahnsinnig gern noch einmal «Salome», «Elektra», «Peter ­Grimes» oder «Turn of the Screw» vornehmen. Mal schauen.

Sie geben immer mehr Meisterkurse ...
Da habe ich einfach zu selten nein gesagt. Ich will und muss künftig Schwerpunkte setzen. Die Arbeit mit den Opernstudios in München, Zürich und Berlin bereitet große Freude. Aber eine Gastprofessur oder so etwas, das möchte ich nicht. Nicht noch mal in die Tretmühle, ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Interview, Seite 36
von Markus Thiel