In der Gegenwart verwurzelt

Ein großer Sängerschauspieler des 20. Jahrhunderts: zum Tod von Erik Saedén

Nur wenige Wochen nach der Sopranistin Elisabeth Söderström ist mit dem Bariton Erik Saedén ein weiterer bedeutender Sänger Schwedens abgetreten. Er starb am 3. November im Alter von 85 Jahren. Im deutschen Sprachraum ist er kaum noch dem Namen nach bekannt, obwohl er in München und Berlin gastiert hat und im Festspielsommer 1958 in Bayreuth als Donner, Heerrufer und Kurwenal zu erleben war.

Das Zentrum seines Wirkens war jedoch ein Leben lang Stockholm, wo er am Konservatorium eine Ausbildung nicht nur als Sänger, sondern auch als Dirigent und Organist erhielt und über drei Jahrzehnte (1952-1981) festes Ensemblemitglied des Königlichen Opernhauses war.

Dort sang er ein weites Repertoire vom lyrischen Bariton (Almaviva, Guglielmo, Papageno, Wolfram) über schwere Charakterpartien wie Beckmesser, Scarpia, Jochanaan und Golaud bis hin zu Bassbufforollen wie Rossinis Dr. Bartolo und Donizettis Dulcamara. Seine eigentliche Domäne war jedoch die Oper des 20. Jahrhunderts. Er glänzte in Partien wie Busonis Dr. Faust, Schigolch in «Lulu», Baron Prus in Janáceks «Die Sache Makropulos», Mr. Gedge in Brittens «Albert Herring» und wirkte in Stockholm in mehreren Uraufführungen mit, darunter ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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