In der besten aller möglichen Welten
Auf die weit aufgerissene, bis zu den Brandmauern leere Bühne treten zu Leonard Bernsteins das Leben lobpreisender Ouvertüre allerhand Menschen in bunt-diverser Kleidung. Sie könnten sich gerade zu einer Chorprobe hier im Opernhaus versammeln, nehmen sie doch auf einer sich über die ganze Portalbreite ausdehnenden Stuhlreihe Platz und beobachten, was Einzelne von ihnen, die aus dem Kollektiv hervortreten, so zu singen haben. Die Ideen Voltaires haben hier so wenig Bedeutung wie die Umwälzungen der Aufklärung oder sonstige hehre philosophische Diskurse.
Gleichsam voraussetzungslos setzt der Abend ein, in maximaler Distanzierung zu Musik, Text und abenteuerlicher Handlung.
Regisseur Daniel Fish und sein Team –Bühnenbild: Andrew Lieberman und Perrine Villemur, Kostüme: Terese Wadden – wollen ihren Bernstein nicht «bedienen». An der Opéra de Lyon scheuen sie alles Revuehafte, Opulente, Fantastische, setzen vielmehr auf Askese in postmodern wie postdramatisch performativ ausgelegter Brecht’scher Verfremdung. Dieser Zugriff ist konsequent und streng durchgearbeitet; jedes Chormitglied hat den Ansatz körperlich für sich begriffen, die kleine Tanztruppe (Choreografie: Annie-B Parson) ...
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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Peter Krause
Wo ist die Bühne? Außen oder innen?», fragt der Schauspieler und Tänzer Nicolas Franciscus (auf Ungarisch) im Prolog zu Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» am Theater Basel. Christof Loy mag vor allem Bilder, die im Inneren des Betrachters entstehen. Deshalb meidet er auch in dieser Regiearbeit, einer Koproduktion mit dem Teatro Real in Madrid, ein allzu...
Gute Nachrichten aus New York: Die Uraufführung von Kevin Puts’ Oper «The Hours» auf ein Libretto von Greg Pierce ist ein veritabler Erfolg. Der Komponist, der sich zuvor unter anderem mit Werken wie «Silent Night» (Minnesota Opera, 2011) und «Elizabeth Cree» (Pittsburgh, 2017) einen Namen gemacht hatte, legt mit seinem neuen Werk, dessen konzertante Premiere...
Die Geschichte klingt kitschig, ist aber, wie der Sänger glaubhaft versichert, wahr und geht so: Zu seinem sechsten Geburtstag bekam Denys Pivnitskyi das legendäre Drei-Tenöre-Album mit Pavarotti, Domingo und Carreras geschenkt, hörte es ungezählte Male, trällerte bald die Hits mit – und hatte fortan nur noch einen Wunsch: Opernsänger zu werden. «Nicht wir wählen...
