Im Vergleich

Verdi: Stiffelio an der Oper Dijon und am Aachener Theater

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Zwischen «Luisa Miller» und «Rigoletto» komponierte Giuseppe Verdi seinen «Stiffelio», ein Werk, das nach seiner Uraufführung in Triest von der Bildfläche verschwand und in der originalen Gestalt erst 1968 in Parma wiederaufgeführt wurde. Bis heute ist es in der Familie der Verdi-Opern ein ungeliebtes Stiefkind. Aachen und Dijon zeigten nun höchst unterschiedliche, aber spannende Interpretationen. 

An der Opéra de Dijon verhandelt Regisseur Bruno Ravella das Thema «puritanische Moral».

Sünder werden von der Gemeinde ausgegrenzt, der Chor droht mit alttestamentlichem Strafgericht – als Masse, die dem Einzelnen bedrohlich gegenübersteht. Die Pfarrersfrau Lina erstickt an Schuldgefühlen, ihr Vater verhindert, dass sie beichtet. Linas Ehegatte, der Prediger Stiffelio, übergeht sie, inszeniert sich lieber als grundgütigen Idealisten, bis ihn die Eifersucht doch noch packt und er zum Messer greift. Ausstatterin Hannah Clark hat dafür einen aus Brettern gezimmerten, klaustrophobischen Kirchenraum ersonnen, der zugleich als Wohnzimmer dient; die Ensembleszenen spielen sowohl dort als auch außerhalb der «vier Wände». Im Finale des zweiten Akts ist die Kirche nurmehr eine schwarze ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 29
von Sabine Weber

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