Im Traum zur Liebe

Mascagni: L’amico Fritz Straßburg / Opéra national du Rhin

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Alt-Melomanen schwärmen gern von Mafalda Favero und Tito Schipa, die in den Belcanto-Sendungen von ehedem als Ideal-Interpreten Pietro Mascagnis galten. Ihr schmelzend schönes Kirschenduett aus «L’amico Fritz» hatte historischen Rang. In den späten 60er-Jahren waren es Mirella Freni und Luciano Pavarotti in ihrer ersten Blüte, die das schwebende Auf und Ab der melossatten Szene perfekt kultivierten. Indes, wie jetzt an der Opéra national du Rhin mit diesem Vokaljuwel umgegangen wurde, war mehr als nur aller Ehren wert.

Brigitta Kele als Verwaltertochter Suzel ist eine lyrische Sopranistin, deren Stimme nach oben hin an Breite gewinnt, regelrecht aufblüht, wenn sie auch bisweilen nicht ganz die Spur hält. Und der betuchte Gutsherr Fritz, der ihr nach einigem Hin und Her am Ende die Hand zum Bunde reicht, ist bei Teodor Ilincai optimal aufgehoben: ein eloquenter lyrischer Tenor mit schlankem Höhenstrahl. Das Gewinnendste dabei: die geschmackvolle Gestaltung, seine mezza voce, sein erlesenes Pianissimo noch in heikler Gipfellage – von diesem Sänger werden wir noch hören. Der Rabbi David, dargestellt von Elia Fabbian, prunkt mit widerstandsfähigem Bariton, und die Mezzosopranistin Anna ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch

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