Im Lichte junger Mädchenblüte
Als Teenager wollte sie Harfenistin werden. Die Farbenvielfalt der französischen sinfonischen Musik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts hatte es Sandrine Piau angetan – und sie träumte davon, als Instrumentalistin Teil dieses Klangrausches zu sein. Dann aber entschied sie sich doch für ein Gesangsstudium, wurde als Barock-Interpretin bekannt.
Nun aber kommt sie mit «Si j’ai aimé» auf ihre Jugendliebe zurück, singt, akustisch umschmeichelt von Le Concert de la Loge unter der Leitung von Julien Chauvin, Orchesterlieder aus der Zeit, als Paris die Welthauptstadt der Kultur war: der Belle Epoque. Ermöglicht haben diese Reise in einen verschatteten Winkel der französischen Musikgeschichte einmal mehr die Forscher vom Palazzetto Bru Zane.
Die nach dem deutsch-französischen Krieg 1871 gegründete Société Nationale de Musique wollte nicht nur aus patriotischen Gründen die einheimische Partiturproduktion fördern, sondern die Werke ihrer Mitglieder auch einem möglichst breiten Publikum bekanntmachen. Dafür sollte unter anderem das Kunstlied aus den gesellschaftlich engen Zirkeln der Salons geholt werden, und zwar durch die Bearbeitung der Klavierstimme für Orchester, so dass die ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Frederik Hanssen
Ist Kunst an einen Ort gebunden, oder bemisst sich ihre Qualität gerade daran, ob sie losgelöst von den Bedingungen wirkt, unter denen sie entstand? Auf Bedřich Smetanas dritte Oper «Dalibor» trifft wohl eher Ersteres zu. Anlässlich der Grundsteinlegung des Prager Nationaltheaters 1868 komponiert und uraufgeführt (das dann 15 Jahre später mit einer weiteren Oper...
Diesem Mann ist nicht zu helfen. Während seine einstige Liebe Stella im Theater singt, sehen wir den erfolglosen Dichter Hoffmann im Bistro nebenan, hin- und hergerissen zwischen Schreiben und Trinken. Um ihn herum stapeln sich die getippten Manuskriptseiten, aus dem Off erklingen die Geister des Bieres und des Weins, bis er schließlich betrunken am Boden liegt....
Frau Oropesa, Sie haben mit 25 das Lindemann Young Artist Development Program der Metropolitan Opera in New York abgeschlossen. Macht es das Sängerleben leichter oder schwieriger, wenn man gleich an der Met einsteigt?
Es macht es schwierig, weil man sofort schwimmen muss. Man hat keine Zeit, erst mal die Zehen ins Wasser zu strecken. Entweder du bleibst oben oder...
