Im Jenseits

Wagner: Tristan und Isolde am Staatstheater Cottbus

Opernwelt - Logo

Am Staatstheater Cottbus ist Stephan Märki nicht nur als Regisseur von Wagners «Tristan und Isolde» angetreten, sondern macht als Intendant aus der Premiere zudem ein Event. Im Graben setzt GMD Alexander Merzyn mit dem Philharmonischen Orchester weniger auf einen suggestiven Klangrausch als vielmehr auf den vitalen Kern, der letztlich hinter jeder Wagner’schen Klangzauberei steckt. Problematisch ist das allein deswegen, weil die akustischen Möglichkeiten des Hauses begrenzt sind. Und damit enden die Sorgen nicht: Zwei enorme Energieströme müssen sich den Raum teilen.

Denn was auf der Bühne an vokalen Schwergewichten aufgeboten wird, sucht in Häusern vergleichbarer Größe seinesgleichen. 

Es ist schon ein Coup, wenn Catherine Foster für die Isolde nach Cottbus kommt. Sie singt diese Rolle derzeit auch bei den Bayreuther Festspielen, hat Märki aber vermutlich nicht vergessen, dass sie unter seiner Intendanz in Weimar vor über 15 Jahren als Freia starten und als Brünnhilde durchs Ziel gehen durfte – wobei sich das im Nachhinein als glänzende Vorbereitung für ihre grandiose Brünnhilde in der Bayreuther «Ring»-Arbeit von Frank Castorf erwies. Dass ihre Stimme mühelos das Cottbusser Haus ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Joachim Lange

Weitere Beiträge
«Ich möchte berührt werden»

Frau Aristidou, wenn man die Fotos betrachtet, die es von Ihnen gibt, fällt auf, dass diese sehr unterschiedlich sind. Besitzen Sie mehrere Identitäten?
(lacht) Ich glaube, nicht. Es kommt darauf an, in welchem Augenblick die Fotos gemacht wurden, in welcher Stimmung ich gerade war. Aber eigentlich bin ich immer derselbe Mensch – wobei die Fotos, die vermutlich am...

Es gibt kein Entrinnen

Gott ist widerlegt, aber der Teufel nicht», besagt ein nachgelassenes Fragment von Friedrich Nietzsche. So oft auch Gott in Giuseppe Verdis Opern beschworen werden mag: Ihre Figuren erfahren die Welt als kontingent, als Anhäufung böser Zufälle, denen Menschen im Zweifelsfall eher noch zu- als abhelfen. Da kommt der König des Nachts als Gast ins Schloss, und Macbeth...

Totaltheater

Als 1992 die «Entdeckung» Amerikas durch Columbus 1492 zelebriert wurde, kam Spaniens König Juan Carlos nicht umhin, diese Großtat vollmundig zu preisen: Erst die «hispanidad» habe der «Neuen Welt» mit der spanischen Sprache, dem Katholizismus und der eurozentrischen Kultur, der barocken Architektur wahre Würde verliehen. Doch in Lateinamerika hielt sich die...