Im Höllenkreis
Fast zeitgleich donnern auf vier Berliner Bühnenbretter die Schicksalsschläge der griechischen Tragödie: Ödipus’ Verhängnis. Und keine Spielplanpanne: Zwei Schauspiel- und zwei Opernhäuser der Hauptstadt nutzen die Mythensaga, das Lebensdrama des unschuldig-schuldigen Mannes, punktgenau zur Saisoneröffnung.
Da entsteht die Frage: Ist das Theatertrauerspiel für unsere Zeit der Krisen und Katastrophen nicht notwendig zum Sinnbild geworden für alle Arten des undurchschaubaren Desasters, für vernichtendes Leid? Am Deutschen Theater spielte man den «Oedipus» des Sophokles, die Schaubühne offerierte eine brandneue Familientragödie namens «Oedipus», und die Deutsche Oper präsentierte auf ihrem Open-Air-Parkdeck die bittere Ödipus-Opernpersiflage «Greek», die der junge Brite Marc-Anthony Turnage 1988 verpoppt, verjazzt herausgeschleudert hatte – nun grell neuinszeniert von der jungen Regisseurin Pinar Karabulut, die im Opernfach debütierte und dafür frenetisch gefeiert wurde.
Mit höchster Kraftentfaltung wuchtete die Komische Oper, wieder in voller Orchesterstärke, George Enescus «Œdipe» auf die Bühne, jene Tragédie lyrique um den verfluchten Vatermörder und Mutterschänder, an deren ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Wolfgang Schreiber
Diese grandiose Groteske, die György Ligeti nach der Vorlage des flämischen Dramatikers Michel de Ghelderode schuf, lässt offen, wer in diesem absurden Theater nun wirklich der personifizierte Tod des Werktitels ist. Ein charismatischer Gaukler, der all den schrägen Gestalten des heruntergekommenen imaginativen Breughel-Lands einen höllischen Schrecken einjagen...
Gefragt, welcher griechische Künstler des 20. Jahrhunderts einem spontan als «prägend» in Erinnerung sei, werden womöglich nicht wenige ihn als ersten nennen. Und dies aus gleich zwei Gründen: einem musikalischen und einem politischen. Denn wie kaum ein anderer hat Mikis Theodorakis kompositorische Wirksamkeit gesucht (und gefunden) und zugleich als Homo politicus...
alpha
07.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Messiaen
14.11. – 21:45 Uhr
Simon Rattle dirigiert Purcell und Haas
21.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10
28.11. – 21:45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Beethoven
Symphonie Nr. 5
arte
02.11 – 05:00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert ein Galakonzert in Sankt Petersburg
Auf dem Programm:...
