«Wer wärmt mich, wer liebt mich noch?»

Das «Opernhaus des Jahres» startet auf hohem Niveau in die neue Spielzeit: Wolfgang Rihms «Drei Frauen» und Puccinis «Madama Butterfly» in Basel

«Drei Frauen» heißen die gesungenen Monologe, die Wolfgang Rihm zwischen 2001 und 2005 schrieb und durch zwei neue Zwischenspiele zu einem pausenlosen Eindreiviertelstünder verband – eine Form, die er von vornherein im Auge hatte. Das Wort «Uraufführung» ist hier freilich ein ziemlich pompöser Begriff. Betrachtet man den Basler Saisonbeginn als Ganzes, so ließe er sich krampflos unter dem Obertitel «Vier Frauen» zusammenfassen.

Denn Giacomo Puccinis «Madama Butterfly» tut nichts anderes als ihre Leidensgenossinnen bei Rihm: Sie wartet endlos auf das, was sie als ihr Glück ausgemacht zu haben glaubt – umsonst.

Ariadne verlangt es nach Dionysos. Der Monolog heißt «Aria/Ariadne» (2001); die Vorlage schrieb Friedrich Nietzsche. Anita ist in der Nacht der deutschen Vereinigung in den Zoo eingedrungen und bietet sich dem Adler dar, der, freigelassen, indes nicht die mindeste Lust auf sie hat. Sie tötet ihn. Die «nächtliche Szene» heißt bei Rihm «Das Gehege» (2004/5); und sie stammt aus Botho Strauß’ Stück «Schlusschor». Penthesilea hat den vermeintlichen Verräter Achilles in Stücke gerissen. Sie irrte und folgt ihm – eine Liebesrasende bis in den Tod. «Penthesilea-Monolog» (2005) greift ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: im focus, Seite 10
von Heinz W. Koch

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