Erinnerung und Fiktion

Wexford Festival 2012: Cileas «L’Arlesiana», Chabriers «Le Roi malgré lui» und Delius’ «A Village Romeo and Juliet»

Was auch immer beim Wexford Festival aufgeführt wird: Das Haus spielt eine Hauptrolle. Zumindest seit 2008, als der Neubau des Architektenbüros um Keith Williams eröffnet wurde. Wie eine sanft gestaffelte Kuppel thront er über der Silhouette des alten, südirischen Küstenstädtchens. Wenn man davor steht, sind die Dimensionen nicht zu ahnen. Nahtlos passt sich die Fassade in eine der Altstadtgassen ein, ganz so, als hätte man noch das kleine Royal Theatre aus dem 19.

Jahrhundert zu erwarten, das quasi verborgen schien und in das die Raritäten des Festivalprogramms umso besser passten: Unbekannte Opern sind Wexfords Spezialität seit mittlerweile über sechzig Jahren. Man kommt hierher, um live auf der Bühne zu erleben, wovon sonst meist nur lesen ist. Es spricht für Wexford, dass vieles, was dort schon in den sechziger und siebziger Jahren lief, inzwischen auch an größeren Bühnen ausprobiert wurde und/oder auf CD erschien. Der unbekannte Donizetti etwa, der italienische Gluck, der frühe Verdi, Dvorák jenseits der «Rusalka», Haydn, Mayr, Mercadante, Spontini bis hin zu Braunfels und Pavel Haas.

Der neue Bau schafft dafür technisch und akustisch ungleich bessere, atmosphärisch gleichwohl ...

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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Stephan Mösch