Unsichtbares Theater

Wie Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker im Luzerner KKL mit erstklassigen Solisten Wagners «Ring» imaginieren

Eine Karenzzeit für Wagner-Opern hatte ein Kollege angesichts des Rummels um den 200. Geburtstag nicht ganz unernst eingefordert. Oder zumindest ein begrenztes Inszenierungsverbot. Man könnte sagen, dass das Lucerne Festival mit seinem konzertanten «Ring» einen Beitrag dazu leistete, wüsste man nicht, dass Intendant Michael Haefliger das Musiktheater gern mehr in seine Programme integrieren will.

Trotzdem muss man sich angesichts vier begeisternder Abende fragen: Woran kann es liegen, dass man eine Inszenierung nicht vermisst hat? War es gar das vom Komponisten scherzhaft postulierte «unsichtbare Theater», das einen so vereinnahmte?

Es war vor allem das sichtbare Orchester. Selten hat man Wagners Partitur so transparent aufgeblättert erlebt wie durch die Bamberger Symphoniker und ihren Chefdirigenten Jonathan Nott. Und auch wenn eine «Götterdämmerung» nirgends so pastos, so weich und ausgeglichen klingt wie im Bayreuther Festspielhaus: In der luziden Akustik des Luzerner KKL entdeckt man ob des Obertonreichtums die Schönheiten dieser sinfonischen Musik noch einmal ganz neu.

Und als solche interpretiert Nott auch die vier Werke: als sinfonische Dichtungen mit Gesang. Wobei gerade im ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 15
von Alexander Dick