Macht und Ohnmacht der Bilder

Arnold Schönbergs «Moses und Aron» und szenische Installationen nach Rupert Huber, Karlheinz Stockhausen und Claude Vivier bei der Ruhrtriennale

Was die Ruhrtriennale von vielen anderen Festspielen unterscheidet, sind nicht zuletzt die Räume. Wer 2006 Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» sah, wird das Zusammenspiel von Zimmermanns multiperspektivischem Kugel­theater mit der monumentalen Stahlkonstruktion der Bochumer Jahrhunderthalle ebenso wenig vergessen wie die magische Aura, mit der die leergefegte Gebläsehalle im Duisburger Landschaftspark Martins «Le Vin herbé» zum Leuchten brachte. Von den stillgelegten Anlagen des Kohlebergbaus und der Stahlin­dustrie geht ein Sog aus, der die Fantasie der Theatermacher herausfordert.

In ihrer Nüchternheit inspirieren sie zu Visionen, die im normalen Theaterbetrieb schon die Rampe als Trennung von Bühne und Zuschauerraum ausschließt. Neben speziell für die Triennale entstandenen musikalischen Installationen zu Kompositionen von Claude Vivier («Sing für mich, Tod») und Rupert Huber («Tamar») stand beim diesjährigen, zum ersten Mal von Willy Decker geleiteten Festival Arnold Schönbergs Opernfragment «Moses und Aron» im Zentrum des Interesses.

Fast achtzig Jahre nach seinem Entstehen ist Schönbergs oratorisch-strenges Gedankendrama noch immer ein Koloss, der allein schon musikalisch die ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: im focus, Seite 6
von Uwe Schweikert

Vergriffen