Schlechte Zeiten

Zum Saisonstart tischt die Mailänder Scala eine neue «Traviata» auf, inszeniert von Dmitri Tcherniakov, mit Diana Damrau als Violetta

Italiens Bruttosozialprodukt werde frühestens 2018 wieder den Stand von 2007 erreichen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds. Der in Italien lebende Rezensent, dem auch die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen von zwei Jahrzehnten Berlusconi vor Augen stehen, prophezeit, dass noch mindestens eine Generation unter den Folgen leiden wird. Die Ausdünnung des Kulturlebens hat eine Wüste hinterlassen, aus der bald nur noch die sprichwörtlichen Kathedralen aufragen. Es sind wenige. Darunter das Mailänder Teatro alla Scala.

Doch selbst für vermeintlich unantastbare Kulturtempel der Nation hängt der Himmel voller schwarzer Wolken. Ihr Kampf um den Erhalt des Status quo gleicht immer mehr einem Kampf ums Überleben, manchmal gar ­einem Todeskampf.

Ein Blick auf das aktuelle Scala-Programm genügt, um die düster-desolate Lage zu veranschaulichen. Intendant Stéphane Lissner hat, bevor Alexander Pereira im Herbst kommen wird, der Scala den Gürtel enger geschnallt (natürlich nicht auf Kosten seines Jahresgehalts, laut italienischen Quellen 880 000 Euro). Lissners Spielplan für 2013/14 ist ein Sparplan. Eine einzige echte Neuinszenierung zu Beginn, die «Traviata». Sonst ist das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Dietmar Polaczek