Schlag nach bei Schiller

Donizettis «Maria Stuarda» in Freiburg und Gießen

Ein handfester Skandal zur Premiere oder schlicht und einfach das Prädikat: durchgefallen – das muss für eine Oper bekanntermaßen noch nicht die Versenkung im Orkus der Geschichte bedeuten. Siehe «Butterfly» und «Traviata» – eine kleine Änderung hier, eine andere Besetzung dort, und schon hatten Publikum und Geschichte ein Einsehen. Manchmal kommt der Erfolg aber auch erst sehr viel später – etwa bei Donizettis Königinnendrama «Maria Stuarda».

Die Entstehungsgeschichte ist ein Krimi für sich: 1834 die Umarbeitung des ersten Fassung sehr frei nach Schiller zum politisch unverfänglichen «Buondelmonte», in dem keine gekrönten Häupter streiten und enthauptet werden, schließlich 1835 die Uraufführung als «Maria Stuarda» an der Scala – die peinlich durchfällt, da die regierende Primadonna Maria Malibran aus Angst vor einer Konventionalstrafe mit schwerer Indisposition in der Titelrolle versagt. Danach wurde es sehr ruhig um das Werk, das als klarer Markstein auf dem Weg zum Personalstil Donizettis noch vor der «Lucia» viel Beachtung verdient gehabt hätte. Erst Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts fanden Aufführungen mit Leyla Gencer und Shirley Verrett in den ...

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Opernwelt Juni 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Claus Ambrosius

Vergriffen