Tanz auf dem Barcode

Klang, Raum, Licht, Bewegung – die Installationen

«Instant Structure» nennt das Londoner Künstlerkollektiv rAndom International seinen Turm aus Wasser. Am Kokskohlenbunker neben dem ehemaligen Schacht XII der Essener Zeche Zollverein hat das Trio in neunzehn Metern Höhe ein Röhrenrechteck mit zahllosen Auslassdüsen befestigt. Achthundert Liter pro Sekunde prasseln auf Knopfdruck auf ein Podest, aus dem das Wasser wieder hochgepumpt wird. Ein glitzernd rauschender Quader, simulierte Architektur, konstruierte Natur. Licht, Wind und Wetter ausgesetzt. Aber auch «Kunst am Bau», Hingucker für Passanten und Riesendusche für Mutige.



Zehn Fußminuten entfernt, in der Mischanlage der Kokerei, hat der schottische Multimedia-Spieler Douglas Gordon eine «Industrial Pantomime» inszeniert. Rauf und runter geht es da im Halbdunkel, an Förderbändern und Trichtern vorbei, durch kahle Riesenräume, an deren Wänden Videoscreens lehnen. Eine Frau spielt Cello, eine andere singt, ein Mädchen mit roter Kappe huscht durchs Bild. Nebel wabern, Flammen züngeln, Explosionen. «Silence, Exile, Deceit» nennt Gordon diesen schummrigen, wummernden Geisterparcours. Für Heiner Goebbels ist auch diese auf den Ort zugeschnittene Fantasie «Musiktheater», ein ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Im Focus - Ruhrtriennale, Seite 9
von Albrecht Thiemann