In der Schwebe

Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» in der Bochumer Jahrhunderthalle, eingerichtet von Robert Wilson, dirigiert von Emilio Pomàrico

Helmut Lachenmanns 1997 an der Hamburger Staatsoper uraufgeführtes und seither nur an wenigen Opernhäusern nachgespieltes «Mädchen mit den Schwefelhölzern» (zuletzt an der Deutschen Oper Berlin, siehe OW 11/2012) gehört zu den forderndsten Musiktheaterwerken der Gegenwart.

«Musik mit Bildern» nennt Lachenmann das Stück, das Andersens sozialkritisches Märchen vom Kind, das in der Neujahrsnacht erfriert, zusammen mit Wortfetzen aus einem Brief der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin und einem philosophischen Text des Renaissancekünstlers Leonardo da Vinci in einer gleichermaßen verstörenden wie visionären Klangwelt überschreibt. Mit seiner raum- und zeitsprengenden Dramaturgie stellt es den normalen Opernbetrieb vor fast unlösbare Aufgaben und ist darum wie geschaffen für die Bochumer Jahrhunderthalle, in der Robert Wilson es jetzt für die Ruhrtriennale szenisch eingerichtet hat.

Aber nicht nur ein gewaltiges Aufgebot an Mitwirkenden – ein groß besetztes Orchester, vier Vokalgruppen zu jeweils acht Stimmen, zwei Solosoprane, sechs Zuspielbänder, dazu zwei Klaviere und im Schlussbild eine Shô, eine japanische Mundorgel – muss hier bewältigt, sondern das Zusammenwirken von Musik und Szene ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Im Focus - Ruhrtriennale, Seite 6
von Uwe Schweikert