Mit aller Gewalt

Calixto Bieito und Marc Albrecht nehmen sich in Zürich Zimmermanns «Soldaten» vor

Ein Coup schon die Bühne. Es ist eine regelrechte Installation, die Rebecca Ringst für Bernd Alois Zimmermanns Oper «Die Soldaten» in Zürich errichten ließ. Die ganze Breite, sieben Meter hoch, zwanzig Meter tief, zehn Tonnen schwer: ein Stahlgerüst, auf dem die instrumentale Hundertschaft (in Tarnkluft, mit Militärmütze!) Platz findet – ein Konstrukt, dessen Stege sich heben und senken, ohne dass man stets wüsste, wann und warum. Die Tunnel und Gänge darunter, die gesamte Vorderbühne bis zur ersten Parkettreihe: Raum fürs Spiel, kein Mobiliar, nichts.

Darunter auch, während des Vorspiels: eine Soldatenschwadron, auf uns zumarschierend, schweren Schritts, alles zertretend, alles zertrampelnd.

Vor der Philharmonia Zürich dort oben: Marc Albrecht. Er demonstriert samt dem grandiosen Orchester einen geradezu selbstverständlichen Umgang mit dem nach wie vor Schwierigsten vom Schwierigen. Schon das irrwitzig-unheilvolle Brodeln, das grelle Glissando-Flackern, der unaufhaltsame Paukendrall des wie klingende Lavamasse sich ergießenden Vorspiels: alles ganz licht, klar, verfolgbar. Und wenn Zimmermann gregorianische und Bach’sche (Choral-)Elemente mit dem Drive der Jazz-Combo mischt – kein ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Heinz W. Koch