Himmelhoch und höher

Rossini-Festival Pesaro: «Guillaume Tell» mit Juan Diego Flórez

Johann Wolfgang von Goethe bemerkte auf seiner «Italienischen Reise», die Arena von Verona sei «recht gemacht, dem Volk mit sich selbst zu imponieren, das Volk mit sich selbst zum Besten zu haben». Eine ähnliche Empfindung mag sich beim Besuch des Rossini-Festivals in Pesaro einstellen – etwa bei der köstlichen Burletta «L’occasione fa il ladro» in einer Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle, die seit 1987 im Repertoire gehalten wird. In einer Taverne vertauscht der Diener Martino den Koffer seines Herrn Don Parmenione mit dem des Grafen Alberto.

Der enthält den Pass des Grafen und das Bildnis seiner Verlobten: Es ist die «occasione», die Parmenione zum «ladro» macht – zum Liebesbetrüger, der natürlich nicht ans Ziel seiner Wünsche gelangt. Im intimen Teatro Rossini genügten wenige Prospekte, um die Handlungsräume zu schaffen. Der spielfrohe Paolo Bordogna als Martino war das Bindeglied zwischen der Bühne und den Besuchern des intimen Teatro Rossini – im Dienste einer Volkskunst im besten Sinne.

Der Regisseur Davide Livermore hingegen inszenierte «L’italiana in Algeri» in Anspielung auf die Berlusconi-Sender als TV-Theater. Auf der Suche nach ihrem Verlobten Lindoro landet Isabella ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Jürgen Kesting