Im Bauch der Riesenlauten

Die Accademia Nazionale di Santa Cecilia gehört zu den ältesten Musikinstitutionen der Welt. Seit sechs Jahren residiert sie in dem von Renzo Piano entworfenen Parco della Musica

Man tauchte sie in siedend heißes Wasser und schickte nach dem Henker, ihr das Haupt abzuschlagen. Doch es nützte alles nichts. Der glaubensstarken Cäcilie, Tochter aus gutem Patrizierhause, konnten selbst die grausamsten Folterqualen im heidnischen Rom nichts anhaben. Erst als Gottvater es für geboten hielt, sie heimzurufen, entschwebte die standhafte Seele von den Ufern des Tibers himmelwärts. Im dritten Jahrhundert, erzählt die Legende, soll sich das christliche Martyrium zugetragen haben.

Als die Sache mit dem Kreuz so richtig in Fahrt kam und die alten Cäsaren peu à peu die (Deutungs-)Hoheit an die neuen Päpste verloren, wurde Cäcilie bald als Heilige verehrt. Im 15. Jahrhundert avancierte sie schließlich zur Patronin der Kirchenmusik, der Sänger, Musiker, Dichter und Instrumentenbauer (ein Gemälde von Peter Paul Rubens zeigt sie beim Orgelspiel). Ende des 16. Jahrhunderts gab Sixtus V. sein Placet für eine Musikervereinigung, die ihren Namen trug und zu deren Gründungsmitgliedern kein Geringerer als Giovanni Pales­trina gehörte: die Congregazione dei Musici sotto l’invocazione della Beata Vergine e dei Santi Gregorio e Cecilia. Das war die Keimzelle der Accademia Nazionale di ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2009
Rubrik: Pappano in Rom, Seite 26
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Konkurrenz für den Platzhirsch

Es gibt in der Muppets Show den Gemüsechor und in Wien das nach jedem Auftritt seine Instrumente erneuernde Gemüseorchester, aber ein Gemüsehändler als Opernintendant, das ist neu. Warum nicht? In Italien waren die Impresari, die sich für je eine Spielzeit in die Opernhäuser einmieteten, als Geschäftsleute vor allem für das Drehen der Rouletteschüsseln...

Musikalische Sternstunde

Gewisse Worte, sagt uns der Volksmund, seien wie Zahnpasta: einmal draußen, bringt man sie nicht mehr in die Tube zurück. Das musste auch der neue Direktor des Wiener Burgtheaters Matthias Hartmann erfahren, als er seine Antrittspressekonferenz mit dem markigen Ausspruch: «Sie wollen das Beste. Sie verdienen das Beste. Sie kriegen das Beste» befeuern wollte. Prompt...

Im Westen ein bisschen Neues

Wenn die Wirtschaft in Nöten steckt, muss auch ein Impresario Abstriche machen. An der San Francisco Opera bedeutet das: Bei den Besetzungen klotzt man, bei den Inszenierungen wird gespart. Von den neun Produktionen, die in dieser Spielzeit auf dem Programm stehen, sind acht bereits anderenorts herausgekommen, viele wurden schlicht eingekauft.
Bisweilen geht die...