«Ich war so eine richtige k. u. k.-Mischung»
Frau Jurinac, Sie rauchen?
Ja. Erich Kunz hat mich zwar einmal so lange gepiesackt, bis ich g’sagt hab: «Also gut, ich höre auf!» Ich hab dann zehn Jahre nicht geraucht, während der Erich nach drei Tagen sofort angefangen hat. Dann hab ich auch wieder begonnen. So a bissele. Julius Patzak hat nach jeder Arie von der Bühne weg geraucht. «Jussi, du rauchst?», war selbst ich erstaunt. Er sagte: «Naa, i sing mi ein.»
In Wien hießen Sie immer «die Sena». Mit scharfem «S». Haben Sie es gern gehört?
«Das ist die mit dem schweren Namen», hat es immer geheißen.
«De Jurenatsch» haben sie auch gesagt. Eigentlich wird es «Jurínac» ausgesprochen. Mit c wie Caesar. Und ich heiße in Wirklichkeit mit Vornamen Sebrenka. Mein Vater hatte seine Eltern im kroatischen Varasdin. Sein Vater wollte allerdings von ihm nichts wissen, weil er eine Österreicherin geheiratet hatte. Das war nach dem Zusammenbruch der Monarchie nicht so willkommen. Dann ist er nach Travnik mitten in Bosnien versetzt worden. Dort bin ich zur Welt gekommen.
Nicht als Sena.
Mein Taufpate war Rechtsanwalt und hat eines Tages eine Zigeunerin verteidigen müssen, die gestohlen hatte. Sie hieß Sebrenka. Das hat ihm gut gefallen. Solange ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über die Krise des Verdi-Gesangs lässt sich wohlfeil klagen. Ausgeblendet wird dabei meist eine nicht minder bedenkliche Krise der Verdi-Regie. Diese letztere Krise greift besonders dann, wenn die Produktionen eine gewisse Etat- und Gagenklasse überschreiten. Vor allem davon künden die hier vorgestellten DVD-Neuerscheinungen, egal ob sie Aufführungen von 2008 oder...
Es ist verlockend, die «Lieder eines Jahres» mit «Night and Dreams», dem vor Kurzem erschienenen Recital ihrer Fachkollegin Measha Brueggergosman, zu vergleichen. Während die Kanadierin über üppige stimmliche Mittel verfügt, mit ihnen aber nicht genug anfängt, ist es bei Christiane Karg genau andersherum: Das Farbspektrum ihres leichten Soprans ist noch begrenzt,...
Etwas ist faul im Hause Almaviva. Zwar verläuft David Hermanns Inszenierung von «Le nozze di Figaro» am Luzerner Theater weitgehend in den gewohnten Bahnen – doch wer sind die uniformierten Herren, die im Hintergrund auffällig unauffällig das Geschehen beobachten? Warum hat der Graf immer wieder unerwartete Aussetzer? Und warum ist Basilio so hochneurotisch?...
