I am free!
Bei Alfred-Hitchcock-Fans sorgt die Szene für wahre vibrations. Während draußen ein Gewitter tobt, kehrt Marnies Erinnerung zurück: Sie kam als kleines Mädchen ihrer Mutter, die danach alle Schuld auf sich nahm, zur Hilfe und erschlug deren brutalen Freier mit einem Schürhaken. Jetzt kann Marnie alias Tippi Hedren befreit von der Last ihrer Vergangenheit ein neues Leben mit ihrem Mann Mark alias Sean Connery beginnen.
Schöne Geschichte. Aber in Winston Grahams Romanvorlage «Marnie» von 1961 ist es ganz anders.
Die Mutter tötet ihr von einem Freier gezeugtes kleines Baby nach der Geburt – und macht Marnie für die Tat verantwortlich. Und am Ende ist nicht klar, ob Marnie in ein normales Leben treten kann und will. Ein klassischer Entwicklungsroman. In Nico Muhlys 2017 in London uraufgeführter gleichnamiger Oper (Libretto: Nicholas Wright) ist es ebenso. «I am free» singt die Titelheldin zuletzt. Aber was wird sie mit dieser neu gewonnenen Freiheit machen? In Peter Carps Freiburger Inszenierung stehen – wiederum anders als im Roman – ein paar Bobbys bereit, um Marnie abzuführen. Doch was macht sie, die notorische Diebin und Betrügerin? Sie zwinkert ins Publikum und lächelt. Anything ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Alexander Dick
Lachen oder weinen, quasi – bei schrägen Polkas, Walzern und Galopptiraden – innerlich mittanzen oder das Ganze politisch «kritisch» verstehen und dementsprechend für sich interpretieren? Diese Fragen, die als wesentliche (und ja nach wie vor spannungsvolle) ästhetische Ambivalenzen auf die Dichotomie der Rezeption von Dmitri Schostakowitschs Musik abzielen, kommen...
Unkaputtbar ist dieses Stück! Ein homosexuelles Paar betreibt einen Nachtclub in Saint-Tropez. Albin, Georges’ langjähriger Lebensgefährte, tritt im «La Cage aux Folles» als kultige Dragqueen «Zaza» auf. Aus einer früheren (heterosexuellen) Affäre seines Partners entstammt ein – vom schwulen Pärchen in Liebe aufgezogener – Sohn, der jetzt auf der Matte steht und...
alpha
05.03. – 21.45 Uhr Rossini: Stabat Mater
Es wird selten aufgeführt, das «Stabat Mater» von Gioachino Rossini. Es ist zwar ein geistliches Werk, aber durch und durch vom Geist der Oper inspiriert. Deshalb braucht es erstklassige Solisten. Dieser Aufgabe stellten sich zum Start des Rossini-Jahres 2018 Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks in einer...
