Apropos... Macht des Marktes

Die Karriere begann in ihrem Heimatland: China. Doch als HUI HE Preise bei Operalia und dem Concorso Voci Verdiane gewann, wurden Häuser in Europa und Amerika auf sie aufmerksam. Längst singt die Sopranistin auch an der Met. Gebucht wird sie vor allem für Verdi und Puccini. Dabei hätte Hui He nichts gegen eine größere Bandbreite.

Frau He, Sie sind eine der ganz wenigen Chinesinnen, die es im internationalen Opern-Business bis ganz nach oben geschafft haben. Nur in Peking selbst sind Sie kaum präsent ...
Stimmt, ich bin China nicht so bekannt. Meine Karriere hat sich seit meinem Debüt an der Wiener Volksoper 2004 vor allem im Westen entwickelt. Ich bin es gewohnt, als einzige asiatische Sängerin in einem Stück auf der Bühne zu stehen. Was kein Problem für mich darstellt, denn unsere Sprache, die Oper, ist für alle Sänger universell. Wir sind alle gleich fremd oder gleich vertraut damit.



Sie waren lange Jahre auf «Madama Butterfly» abonniert: eine Japanerin. Ist das nicht heikel, womöglich sogar verletzend für Sie? Schließlich gibt es enorme Unterschiede zwischen China und Japan.

Das ist tatsächlich nicht ganz unproblematisch. Aber die Rolle liegt gut für mich, denn Chinesisch und Japanisch liegen kulturell doch immer noch relativ nah beieinander. Wenn ich Cio-Cio-San nicht mehr oft singen möchte, liegt das daran, dass sie gefährlich für die Stimme ist. Und zwar aufgrund des vielen Parlando. «Madame Butterfly» ist ein japanischer Marathon. Ich habe die Partie bis heute ungefähr 175-mal gesungen – und lehne ...

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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser