Hohe Kunst

Wagner: Die Walküre am Stadttheater Bern

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Der Coup findet seine Fortsetzung: Vor 13 Monaten hatte das «Rheingold» in der Regie von Ewelina Marciniak an den Bühnen Bern Premiere. Damit begann der erste «Ring» überhaupt in Bern, damit begann auch die erste Musiktheaterarbeit der polnischen Regisseurin, die sich – erst in ihrer Heimat und dann auch in Deutschland – zu Recht den Ruf erworben hat, keinerlei Angst vor großen Stoffen zu haben.

Sie inszenierte Jelinek und Houellebecq, und sie ist sehr klug, ja fast zu klug: Bei ihrem Versuch, den «Iphigenia»-Mythos im Sommer 2022 bei den Salzburger Festspielen mit Wucht in die Gegenwart zu schieben, verzettelte Marciniak sich. Aber dennoch zeigte sich auch dort: Sie ist immer an den Menschen interessiert und der Frage, warum die tun, was sie tun. Sie macht Theater. 

Ihr «Rheingold» war sehr geradlinig erzählt, aber auch aufgeladen mit Assoziationsangeboten, spannend für jüngeres Publikum, anregend für älteres. Die Premiere damals wurde bejubelt und war eine Verheißung. Jubel gibt es nach der «Walküre» wieder in Bern, weil Marciniak ihre Kunst konsequent fortsetzt. Man muss dabei gar nicht jedes Bildangebot unmittelbar verstehen, denn eben: Es geht im Kern ja um die Menschen. Die ...

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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Egbert Tholl

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