Renaissance des Leichten

Deutsche Rundfunkanstalten erinnern an Strauß’ «Zigeunerbaron», Ziehrers «Landstreicher» und Lehàrs «Giuditta». Joan Sutherland hatte schon vor 50 Jahren Lust auf Operette

Für die lang geschmähte Operette sind längst wieder bessere Zeiten angebrochen. Es scheint, dass – wie in den 50er-Jahren, als Werner Schmidt-Boelcke und Franz Marszalek auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisteten – die Rundfunkanstalten bei der Wiederentdeckung und Neubewertung eine führende Rolle spielen. Drei Produktionen aus Hamburg, Köln und München sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen.

«Der Zigeunerbaron» (1886), neben der «Fledermaus» das populärste Bühnenwerk von Johann Strauß jr.

, wurde erst durch die kaiserliche Zensur, später von wohlmeinenden Bearbeitern entstellt und erregte in der Mischung aus Puszta-Romantik, Militarismus und Kaisergnadentum den Zorn von Volker Klotz, der ihn in seinem Operetten-Handbuch als abschreckendes Gegenmodell zur Offenbachiade darstellt. Eine neue Aufnahme des NDR befreit das Werk nun von solchen Vorbehalten. Gespielt wird die kritische Neuausgabe (2004) von Michael Rot, die auf Originalquellen zurückgreift. Und Lawrence Foster lässt die Radiophilharmonie mit großer Delikatesse musizieren, ohne es an Beschwingtheit fehlen zu lassen. Man könnte fast glauben, Wien läge an der Alster ... Die Sänger machen einen guten Job, freilich ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Ekkehard Pluta