Hassliebende

Neue Bücher zum Jubiläum: Jüdische Wagnerianer – Zeitzeugen und Interpreten

Im Wagner-Jahr kann diese Publikation naturgemäß besondere Aufmerksamkeit beanspruchen: keine neue Deutung der Werke, auch nichts zur Wirkung, sondern das Zeugnis von einem, der dabei war, als 1876 der «Ring» in Bayreuth geprobt wurde. Alfred Pringsheim, der Schwiegervater von Thomas Mann, war damals 26 Jahre jung und hat ein Tagebuch geführt, das nach wie vor verschollen ist, von dem aber nun eine Abschrift auftauchte. Sie bildet das Zentrum des von Egon Voss herausgegebenen und mit einem biografischen ­Essay angereicherten Bandes «Alfred Pringsheim, der kritische Wagnerianer».

Kritisch ist Pringsheim, der später ein berühmter Mathematik-Professor wurde, in der Tat. Genauer: Er protokolliert einfach, was er hört und was er nicht hört − und entfernt sich dabei wohltuend von den damals üblichen Polen der Wagner-Hagiografie wie auch der Wagner-Verdammung. Ein besonderes Problem stellte 1876 die Akustik des Bayreuther Orchestergrabens dar (der für die nächsten Festspiele 1882 verändert und auch später mehrfach umgebaut wurde). Es ist ja ein bis heute gern erzähltes Märchen, dass sich diese Akustik quasi von selbst einstelle und dem Dirigenten die Arbeit erleichtere. Das Gegenteil ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Stephan Mösch