Ganz eigen

Die Ersteinspielung von Pasquale Anfossis «Finta giardiniera»

Pasquale Anfossi (1727-1797) gehört zu den Komponisten, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts die italienischen Opernbühnen beherrschten. Dass sein Name nicht gänzlich vergessen wurde wie der vieler seiner Zeit­genossen, hat er Mozart zu verdanken, der das Libretto von Anfossis 1774 in Rom uraufgeführter Buffa «La finta giardiniera» für München binnen Jahresfrist noch einmal neu vertonte.

Die in Verbindung mit dem Bayer Kulturhaus Leverkusen und dem WDR im Anschluss an eine konzertante Aufführung entstandene Ersteinspielung ist eine Gelegenheit, die beiden Werke hörend miteinander zu vergleichen. Vor allem aber bietet sie die Chance, Anfossis Oper als eigenständiges Werk wahrzunehmen.

Das Libretto folgt dem zeittypischen Erfolgsmuster der comédie larmoyante, der rührseligen Komödie, wie sie durch Niccolò Piccinnis «La buona ­figliuola» 1760 auch in die Oper eingeführt worden war. Die grausam-komische Liebesintrige mit glücklichem Ausgang, bei dem am Ende alle drei Paare zusammenfinden und nur der Podestà leer ausgeht, lässt die Zuhörer immer wieder abrupt aus der rührseligen Empfindsamkeit in die burleske Komik der Commedia dell’arte stolpern. Anfossi beherrscht sein Handwerk, ...

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Opernwelt November 2013 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert