Höchste Verklärung
Richard Wagner und historische Aufführungspraxis. Darüber kann man wunderbar streiten. Einer, der Zeit seines Lebens an der Modernisierung von Klang und Instrumentarium arbeitete, lässt sich schwer greifen mit den Mitteln historischer Aufführungspraxis. Aber der Versuch lohnt, wenn er frei ist von missionarischem Eiferertum. Es muss ja etwas an dieser Musik gewesen sein, das die Zeitgenossen gleichermaßen verstörte wie begeisterte. Ganz Ähnliches gilt für Hector Berlioz.
Man denke nur an die zeitgenössischen Karikaturen, in denen die Orchester der beiden zusammen mit den Komponisten wie Kampfmaschinen dargestellt werden: Kanonen, Blasinstrumentungetüme mit riesigen Trichtern und Rohrwindungen. Armeen sind das und keine braven Orchester, wie man sie noch vom musikalischen Ancien Régime kannte.
Schon deshalb ist das, was Sir Simon Rattle, selbst leidenschaftlicher Klangforscher und das Orchestra of the Age of Enlightenment im Baden-Badener Festspielhaus machen, unglaublich spannend. Der zweite Akt aus dem «Tristan», Liebesverzückung und Ekstase auf Instrumenten, wie sie zwischen 1840 und 1860 benutzt wurden, und die Scène d’amour aus Berlioz’ Symphonie «Roméo et Juliette»: Erzeugt das ...
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Plappern gehört zum Handwerk. Siegfried Matthus, Komponist und Impresario im brandenburgischen Rheinsberg, war noch nie auf den Mund gefallen, wenn es um die Beförderung der eigenen Sache ging. Ohne seine PR-Arbeit wäre die Idee, am Jugendsitz des Preußenkönigs Friedrich II. ein Festival für Nachwuchssänger einzurichten, wohl nie realisiert worden. «Kammeroper...
«Wir sind zwar mit der Eröffnung ungünstigerweise in einen Zeitpunkt des Stillstands des wirtschaftlichen Aufschwungs geraten, und es ist daher nicht auffallend, dass man oft zweifelnde Fragen aufwerfen hört, ob das Stadttheater nicht kleiner und billiger hätte ausgeführt werden sollen. Doch die Mitglieder des Stadtrats und der Stadtverordneten, welche damals...
Das Ereignis ist historisch, die Geschichte sicher nicht. Menschen treffen sich – mehr oder minder zufällig – im Kurhotel, um abzureisen. Zur Königskrönung von Karl X. nach Reims, 1825. So mancher Unbill, eine umgestürzte Kutsche und zu wenig Pferde, werden sie schließlich davon abhalten. Und so bleiben sie in Plombières und feiern. Und singen dort einen Toast auf...
