Historische Akustik

Judith Szédelyi leitet in der ungarischen Gemeinde Fertöd die Verwaltung des Schlosses Esterháza. Im April 2005 hat der junge Dirigent Marton Rácz die künstlerische Leitung der Konzerte auf Schloss Esterháza übernommen. Seit 1998 ist er Musikchef und Dirigent des Niederländisch Ungarischen Festivals für Alte Musik in Budapest.

In Esterháza hat Joseph Haydn vor mehr als zweihundert Jahren als Kapellmeister der Fürsten Esterházy gearbeitet. Was hat sich aus der Zeit erhalten?
Szédelyi: Besonders stolz sind wir auf den Musiksaal.

Speziell auf die Akustik dieses Festsaals hat Haydn viele Werke aus­gerichtet und sie dort auch Abend für Abend gespielt. Wir bemühen uns, diese Räume mit Konzerten neu zu beleben.
Rácz: Wir möchten allerdings nicht nur das Musikleben erneu­ern, sondern dem ganzen Schloss neues Leben einhauchen. Wir arbeiten mit der Schlossverwaltung eng zusammen, um dem Festival eine neue Struktur und Identität zu geben. Wir wollen den Menschen eine Vorstellung davon vermitteln, was das Schloss in Esterháza eigentlich ist. Es war eine sehr große Anlage mit vielen Gebäuden unterschiedlichster Funktionen.

Die Familie Esterházy ist ein ungarisches Adelsgeschlecht. Haydn war ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2005
Rubrik: Thema, Seite 43
von Thomas Rothkegel

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Schoß der Wolga

Wieder, wie schon bei seiner letztjährigen Bremer «Turandot», vertraut Peer Boysen auf die Ausdruckskraft seiner exzentrischen Kostümentwürfe, wieder führt er die Personen mehr stilisiert als realistisch und erzielt damit bei Janáceks «Katja Kabanova» womöglich noch stärkere Wirkungen. Die Kabanicha, unfreiwillige Draht­zieherin des tragischen Geschehens, erscheint...

«Man singt mit den Ohren»

Her Master’s Voice» – das ist kein Wortspiel eines boshaften Journalisten, sondern ihre höchst eigene Erfindung. Eli­sa­beth Schwarzkopf hat sich selbst so bezeichnet, und sie hat nie verschwiegen, wie sehr sie ihre künstlerische Entwicklung auch ihrem Ehemann Walter Legge verdankt, dem legendären Plattenproduzenten von His Master’s Voice, Columbia und EMI.
Und wie...

Matterhorn als Mantel

In Zeitlupe öffnet sich der Vorhang und gibt minutenlang den Blick frei auf ein eigentlich hinter der Szene spielendes Geschehen, hier erstarrt zum Chor-Tableau: Grell herausgeputzte Frauen und Männern im schlecht sitzenden Siebziger-Jahre-Outfit. Zwei Figuren schälen sich heraus: Matrone Mamma Lucia (mit enormem Mut zur Hässlichkeit: Snejinka Avramova) und die...