Herausforderung
Im September 2013 fand in Winterthur eine Tagung zu Biografie und Schaffen von Walter Braunfels statt, deren Beiträge inzwischen gedruckt als Sonderband der Reihe Musik-Konzepte vorliegen. Warum Winterthur? Weil dort Werner Reinhart saß, Kaufmann und langjähriger Mäzen von Braunfels. Ihm und dem nicht ungetrübten, aber letztlich stabilen Verhältnis der beiden ist denn auch der erste Beitrag gewidmet (Ulrike Thiele).
Neben Aufsätzen zu Orchesterliedern (Stefan Keym), zur teils im frühen Musiktheater, teils als auskomponierte Berlioz-Rezeption zu findenden Phantastik (Christian Kämpf, Wolfgang Sandberger), zur geistlichen Musik (Inga Mai Groote) und zur Kammermusik (Doris Lanz) sind es besonders drei Beiträge, auf die im hier gegebenen Zusammenhang hinzuweisen ist.
Michael Custodis zeigt anhand neuer Quellenfunde, wie heikel der Neuaufbau der Kölner Musikhochschule nach 1945 war – ein Institut, dem Braunfels bis zur Vertreibung durch die Nazis 1933 vorstand und das er nach dem Zweiten Weltkrieg wieder leitete. Zentraler Briefpartner, auch zur Zeit der inneren Emigration, war Konrad Adenauer, der alte und neue, dem Komponisten freundschaftlich wie im katholischen Glauben verbundene ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Stephan Mösch
Die Cottbuser können sich beim Betriebsrat des Hallenser Opernhauses bedanken. Der hat ihnen nämlich Martin Schüler in die Arme getrieben. «In der DDR gab es ja die Absolventen-Einsatzkommission», erzählt der 1958 geborene und an der Berliner Eisler-Hochschule ausgebildete Regisseur. «Nach dem Studienabschluss musste man eine Prüfung ablegen und wurde dann einem...
Mozart und die Familie Weber – das Thema fasziniert seit jeher vor allem die populärwissenschaftliche Mozart-Literatur. Mit Aloysia Weber verband Mozart eine
Jugendliebe, Constanze Weber wurde seine Frau, Josepha Weber, verheiratete Hofer, war die erste Königin der Nacht. Alle drei Frauen hinterließen Spuren nicht nur in Mozarts Leben, sondern auch in seinem Werk....
Erfolg macht neugierig. Mindestens. Gelingt einem wie Max Emanuel Cencic denn wirklich alles? Der Countertenor ist ein Prometheus des Barockmusikbetriebs. Ein Interpret, der sein eigener Manager ist und (mit seiner eigenen Firma Parnassus) ganze Produktionen vermarktet. Einer, der sich aussuchen kann, mit welchen Sängern, Dirigenten, Orchestern er zusammenarbeitet....
