Harnoncourt und Mozart

Mozart ist für ihn der einzige Komponist, der immer Theatermusik schreibt. Mozart ist zeitlos. Und doch liegt die Grundidee seiner Werke nicht auf der Hand, man muss sie immer wieder neu finden. Mozart ist modern. Zeitlos modern. Weil er fast nur Themen behandelt, die den Menschen wirklich unter den Nägeln brennen – damals wie heute. Deshalb ist er auch der Komponist, mit dem sich der Dirigent Nikolaus Harnoncourt am liebsten beschäftigt.

Welche Intensitäten diese Auseinandersetzung zu erzeugen vermag, hat zuletzt der Grazer «Idomeneo» gezeigt, den Harnoncourt nicht nur musikalisch befeuerte, sondern gemeinsam mit seinem Sohn Philipp auch inszenierte. Endlich wollte er das Stück einmal nicht als opera seria zum Klingen bringen, sondern aus der Tradition der französischen tragédie lyrique heraus («Das einzig Italienische daran ist der Text.»). Welche Mozart-Interpreten ihn zum Nachdenken anregten (und welche weniger), wie die historische Aufführungspraxis die Mozart-Rezeption beeinflusste, kurzum: was ihn an Mozart fasziniert, das verrät Nikolaus Harnoncourt im folgenden Gespräch.

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Harnoncourt und Mozart, Seite 72
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«Man sieht das Wirkliche»

Herr Harnoncourt, Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit dem Werk Mozarts. Was ist für Sie die größte Herausforderung, wenn Sie sich auf eine neue Produktion wie den «Idomeneo» vorbereiten?
Ich möchte die Grundidee des Komponisten jedes Mal wieder neu finden. Der Grazer «Idomeneo» ist mein dritter Anlauf zu diesem Stück, es gibt kaum eine Oper Mozarts, die ich...