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Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 11
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tableaus mit selbstbewussten Dramen

Die Allerheiligen Hofkirche in der Münch­ner Residenz ist ein kultischer Ort im Doppelsinne: einerseits säkularisierter Sakralraum, andererseits neuerdings viel bespielter Konzertsaal dank traumhafter Akustik und einer besonderen Atmo­sphäre durch eine bei der Renovierung nach Kriegsverwüs­tung bewusst unfertig belassenen karminroten Ziegelstruktur.
Arnaldo de...

Hohe und niedere Gefühle

Mit seinen Opern verfuhr Georg Friedrich Händel pragmatisch: Wenn für eine Wiederaufnahme die Sängerbesetzung gewechselt hatte, zögerte er nicht, das ganze Werk auf deren Stärken und Schwächen hin neu zuzuschneiden. Zwölf neue Arien schrieb er, als seine erste Londoner Seria «Radamisto» Ende Dezember 1720, nur ein halbes Jahr nach der umjubelten Premiere, wieder...

Auferstanden

Er habe erstmals versucht, sich von Wagner abzuwenden, bekannte Walter Braunfels 1909 zu seiner «Prinzessin Brambilla». Die Form der Commedia dell’arte sollte alles Pathos, alle rauschhaft bezwingende Macht der Wagner’schen Musik bannen – durch ironische Brechungen und groteske Zuspitzungen. Man mag darüber streiten, ob das, mit Blick auf die «Meis­tersinger»,...