Glücklich angekommen

Erfurt: Berg: Lulu

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Kaum zu glauben: Alban Bergs «Lulu», längst ein Klassiker des modernen Musiktheaters, erlebte erst jetzt, 74 Jahre nach der Uraufführung, in Erfurt ihre thüringische Premiere. Im Spielplan des Hauses ist sie gleichsam Fortsetzung der im vergangenen Jahr ausgegrabenen «Nana» von Manfred Gurlitt, die etwa zur selben Zeit entstanden ist.

«Anstrengende Opernkost», bloggte der Erfurter Stadtrat Michael Panse unmittelbar nach der Premiere, «aber mir hat es gut gefallen!»

Das Stück, dem in Thüringen der Ruch des Skandalösen vorausging, der durch Berichte über die aktuelle Bonner Produktion noch verstärkt wurde, musste in Erfurt auf behutsame Weise erst einmal konsensfähig gemacht werden. «Keine nackte Haut!», hieß die Devise, aber auch sonst vermied Regisseurin Saskia Kuhlmann alle grellen Effekte. Sie erzählt die Fabel schlüssig und geradlinig, ohne sich als Interpretin weit aus dem Fenster zu lehnen. Sie verlegt die Handlung in die Entstehungszeit des Werks, verzichtet allerdings darauf, den politischen Background mitzuinszenieren. Die Manege, die Dieter Richter als Einheitsszenerie aufgebaut hat, erweist sich als sinnvolle dramaturgische und ästhetische Klammer und funktioniert auch gut ...

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Opernwelt August 2011
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Ekkehard Pluta

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