Mythos Iphigenie

Cherubini, Piccinni und eine Strauss-Bearbeitung bei den Internationalen Gluck Opern-Festspielen

Am Ende des zweiten Akts von Luigi Cherubinis «Ifigenia in Aulide» sind vier Seelen in Aufruhr. Agamemnon soll seine Tochter Iphigenie opfern, damit die Göttin Diana ihm Winde schickt und seine Schiffe endlich nach Troja auslaufen können. Iphigenie will sich dem Schicksal fügen, aber Achill, ihr Verlobter, ist nicht einverstanden. Odysseus drängt, den Willen Dianas zu erfüllen.

Cherubinis letzte italienische Oper war nach der Uraufführung 1788 in Turin ein riesiger Erfolg. Eine Partitur, die den Geist der Zeit atmet.

Man hört, dass der Komponist Bühnenwerke Glucks, Rameaus und anderer Zeitgenossen gekannt haben muss. Auch Mozart scheint anzuklingen. Jedenfalls erinnert die musikalische Charakterisierung der Figuren, etwa in manchen der Bläserfiguren, an die Instrumentierungskunst des Salzburgers. Ob Cherubini das berühmte Quartett aus dem «Idomeneo» kannte, wissen wir zwar nicht, doch der Vergleich drängt sich geradezu auf.

Drei verschiedene Vertonungen des Iphigenie-Stoffes standen im Zentrum der diesjährigen Gluck Opern-Festspiele. Gluck und seine Zeitgenossen – das war von Beginn an der Horizont des in Nürnberg beheimateten Festivals. Dabei schwärmt man gern ins fränkische ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 88
von Elisabeth Richter