Glitzernd, durchlöchert
Aus den spiegelglatten Wassern des Planeten Solaris ragt eine zerschossene, bröckelnde Teleskopschale empor. Zu den ersten tastenden Klängen von Detlev Glanerts «Solaris» erhebt sich darin ein Mann und gibt sich die Todesspritze. Dieser (nicht singende) Gibarian ist das erste Opfer auf der Raumstation, auf der sich nicht nur Forscher und Abenteurer tummeln, sondern auch ihre personifizierten Triebe und Schuldkomplexe: tierartige Wesen, geile Zimmermädchen, Muttertiere.
Selbst der Besucher von außen, ein Forscher mit dem amerikanisch-schnittigen Namen Kris Kelvin (Nikolay Borchev mit sonorem Bariton und problematischer Diktion), begegnet nach einiger Zeit dem unbewältigten Problem seiner Vergangenheit in Gestalt seiner Frau Harey (als Typ und sängerisch ein Glücksfall: die nordirische Sopranistin Aoife Miskelly), die vor Jahren Selbstmord beging. So entspinnt sich ein Liebesgeflüster im Orbit, das wie alle Gefühle und Begegnungen auf dem «intelligenten» Planeten zum Scheitern verurteilt ist.
Auf diesen Handlungskern haben Detlev Glanert und sein vor Kurzem verstorbener Librettist Reinhard Palm Stanisław Lems Roman «Solaris» eingedampft. Vor zwei Jahren wurde die Oper in Bregenz ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Struck-Schloen
Alt-Melomanen schwärmen gern von Mafalda Favero und Tito Schipa, die in den Belcanto-Sendungen von ehedem als Ideal-Interpreten Pietro Mascagnis galten. Ihr schmelzend schönes Kirschenduett aus «L’amico Fritz» hatte historischen Rang. In den späten 60er-Jahren waren es Mirella Freni und Luciano Pavarotti in ihrer ersten Blüte, die das schwebende Auf und Ab der...
Frau Schneiderman, 1984 wechselten Sie von Heidelberg nach Stuttgart.
Ja, im Herbst vor genau 30 Jahren. Meine erste Rolle hier war die Cenerentola.
Welche Bedeutung hat das Ensemble für Sie?
Wenn man sich für eine Stadt entschieden hat, dann ist das Ensemble enorm wichtig. Es ist eben anders als bei einem Gastspiel, bei dem es zwar temporär zu einer familiären...
Der erste Griff galt der Hand von Konzertmeister Erich Höbarth, der zweite einem Hocker in der Mitte des Podiums, den er missmutig zur Seite rückte. Gelegenheit zum Sitzen, zum Ausruhen, so etwas braucht Nikolaus Harnoncourt nicht. Im vergangenen Sommer ist das passiert, bei den Salzburger Festspielen. Und der Abend mit den drei letzten Mozart-Symphonien belegte...
