Gestaute Zeit

Klaus Lang beschert den Bayreuther Festspielen die erste Uraufführung seit 1882 – eine Klanginstallation nach einer österreichischen Sage

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Na bitte, geht doch! Zwar nicht auf dem Hügel, wo es nach wie vor nur den zehn kanonisierten Musikdramen Wagners gilt. Auch nicht im frisch restaurierten Markgräflichen Opernhaus, dessen Nutzung der Denkmalschutz strikt reglementiert. Sondern in einem als Kulturbühne wiederbelebten alten Kinosaal («Reichshof») ein paar Schritte neben dem alten Schloss im Zentrum der Stadt.

Dort also stieg am Vorabend der «Lohengrin»-Premiere die Uraufführung einer Märchen-«Oper» des Grazer Komponisten Klaus Lang: «Der verschwundene Hochzeiter» – ein Auftragswerk der Festspiele für das erstmals 2017 veranstaltete Begleitprogramm «Diskurs Bayreuth». Finanziert wurde das exakt 5373 Sekunden währende Stück von der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Lang verarbeitet darin die Geschichte eines jungen Mannes, der kurz nach seiner eigenen Hochzeit zum Fest eines fremden Bräutigams aufbricht. Auf dem Weg beobachtet er seltsame Dinge: magere Kühe auf saftiger Weide, fette Kühe auf kargem Grund, ein verschlossenes Häuschen voller Bienen. Schließlich erreicht er die Feier des Fremden. Der bedeutet ihm, er dürfe nicht länger tanzen, als die Musik spiele. Der Hochzeiter hält sich nicht an das Gebot und erfährt, ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 15
von Albrecht Thiemann

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