Geschundene Landschaften
Carl Maria von Webers «Freischütz» entstand kurz nach dem Sieg über Napoleons Truppen, die Handlung spielt in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg. Eine deutsche Nachkriegsoper also – ein Umstand, der heutzutage mitunter zu maßlosen Interpretationen führt. Der sex- und bluttriefende Bühnenexzess des Schauspielregisseurs Kay Voges in Hannover war nur das eine Extrem, die szenische Skelettierung Michael Thalheimers an der Berliner Staatsoper ein anderes.
Die «Romantische Oper» findet nicht mehr im abgründig gemütlichen «deutschen» Wald statt, sondern in geschundenen Landschaften – so auch Andrea Moses’ Weimarer «Freischütz».
Die gebürtige Dresdnerin, die gern mit politischen Menetekeln spielt, knüpft beiläufig an ihre Berliner «Meistersinger» an, jedenfalls was das Bekenntnis zum erzdeutschen Schwarz-Rot-Gold betrifft. Aber das Teutonische ist auf der kunstvoll kaputten, mit Leitern und ein paar toten Baumstämmen vollgestellten Bühne von Jan Pappelbaum so beschädigt wie das Wesen der jungen Männer und Frauen im ländlichen Kollektiv. Für sie ist der Klimawandel bereits katastrophale Realität: Alle tragen (etwas penetrant) den ganzen Abend lang Mundschutzmasken, die nur zum Singen ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Wolfgang Schreiber
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Jubilare
Michel Brodard wurde 1946 in Fribourg/Schweiz geboren und studierte Gesang am Konservatorium seiner Heimatstadt. Nach seinem Abschluss mit dem Prädikat «summa cum laude» begann er eine rege Konzerttätigkeit, die ihn u. a. durch die Schweiz, nach Deutschland, Frankreich sowie nach Argentinien führte – vor allem als Interpret von Oratorien, Passionen und...
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Jugendliebe, Constanze Weber wurde seine Frau, Josepha Weber, verheiratete Hofer, war die erste Königin der Nacht. Alle drei Frauen hinterließen Spuren nicht nur in Mozarts Leben, sondern auch in seinem Werk....
