Gegen Windmühlen am Rhein

Abriss, Umzug, Renovierung, Neubau: Was passiert mit dem Kölner Opernhaus?

Es geht die Kunde durchs Land, die Augsburger Puppenkiste halte Ausschau nach einem neuen Stoff. Man ist geneigt, ihr einen Betriebsausflug nach Köln anzuraten. Dort steht seit den fünfziger Jahren ein Opernhaus, das mittlerweile so marode ist, dass täglich die Schlie­ßung droht. Ein Gutachten der Stadt besagt, dass eine Sanierung mit rund einhundertzweiundvierzig Millionen Euro zu veranschlagen sei – bei einem derzeitigen kommunalen Minus von fünfhundert Millionen kein Pappenstiel.


Ruckzuck hat sich ein Chor von Sachverständigen gebildet, dessen Mitglieder in polyphonem Durcheinander ihre ­Stim­men erheben. Städtebau-Dezernent Bernd Streitberger hat den Rechenschieber zu Hilfe gezogen und dabei erkannt, dass eine Vollsanierung immer noch günstiger sei als ein auf knapp zweihundert Millionen Euro kalkulierter Neubau. Derweil verleiht Peter-Michael Soénius seiner Hoffnung Ausdruck, die beiden bestehenden Riphahn-Gebäude für andere Zwecke nutzen und für einen Neubau Investoren, sprich Sponsoren auftreiben zu können. Peter F. Raddatz, der geschäftsführende Intendant, schwärmt für die tolle Lage: Einen besseren Stand­ort als am Offenbachplatz gebe es nicht. Schon aber quengelt ...

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Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Christoph Vratz

Vergriffen
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