Für den Hausgebrauch

Mozart-Produktionen aus München, Zürich, London, Amsterdam und Wien

In der Münchner Produktion des «Idomeneo» ist der Aufführungsort das eigentliche Ereignis: das Cuvilliés-Theater, das nach dreijähriger Restauration in neuem Glanz erstrahlt. Die Eröffnungspremiere war gut gewählt, denn Mozarts frühe Seria hat an diesem Ort ihre Uraufführung erlebt. Die Inszenierung Dieter Dorns versucht mithilfe eines gelegentlich penetranten Bewegungschors den historischen Hintergrund, den Trojanischen Krieg, in die Handlung einzubeziehen und zugleich aus den starren Opernfiguren Menschen aus Fleisch und Blut zu machen.

Letzteres gelingt in Ansätzen, zumal bei John Mark Ainsley (Idomeneo), Juliane Banse (Ilia) und Annette Dasch (Elettra) die schauspielerischen Möglichkeiten mit den stimmlichen Fähigkeiten Schritt halten. Doch trotz der sorgfältigen Regiearbeit kommt das Stück nicht richtig von der Stelle. Es fehlt Dorn und seinem Ausstatter Jürgen Rose an einer bezwingenden szenischen Vision, wie sie in diesem Jahr Olivier Py und Pierre André Weitz in Aix-en-Provence hatten. Es fehlt aber auch an einem berufenen Mozart-Dirigenten. Wenn man die Interpretationen von René Jacobs und Mark Minkowski frisch im Ohr hat, kommt einem Kent Naganos Zugriff auf die Musik ...

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Opernwelt Februar 2010
Rubrik: Medien/CDs/DVDs, Seite 28
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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