Foto: Sony Classical/Lars Borges
Freie Wahl
Herr Appl, Ihr Terminkalender ist voll mit Liederabenden. Operntermine finden sich gar keine. Interessiert Sie das Genre nicht?
Doch, absolut. Ich habe während des Studiums den Schwerpunkt eigentlich eher auf Oper gelegt, in München an der Theaterakademie studiert, danach in London einen Opernkurs besucht. Aber durch die intensive Zusammenarbeit mit Dietrich Fischer-Dieskau und meinem Liedbegleiter Graham Johnson entwickelte sich alles mehr in Richtung Konzert.
Ist es nicht schwieriger, sich im Liedbereich durchzusetzen als in der Oper?
Für mich war es sehr gut, dass ich zum Studium nach London gegangen und damit aus dem großen Topf der deutschsprachigen Operntradition erst mal rausgefallen bin. In Deutschland wäre für mich alles vorgezeichnet gewesen: Ein junger Bariton hat ganz bestimmte Rollen. Da das englische Opernrepertoire limitierter ist, ist man dort freier in der Auswahl der Genres. So konnte ich selbst feststellen, wo meine Stärken liegen, und ob ich etwas anderes anbieten kann als die anderen.
Hätten Sie gegenwärtig noch Zeit für Opernproduktionen?
Es ist schwierig, wenn es mit dem Konzert gut läuft und die Termine über das ganze Jahr verteilt sind. Deshalb habe ich mich ...
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Opernwelt Februar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Michael Stallknecht
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