Foto: Sony Classical/Lars Borges
Freie Wahl
Herr Appl, Ihr Terminkalender ist voll mit Liederabenden. Operntermine finden sich gar keine. Interessiert Sie das Genre nicht?
Doch, absolut. Ich habe während des Studiums den Schwerpunkt eigentlich eher auf Oper gelegt, in München an der Theaterakademie studiert, danach in London einen Opernkurs besucht. Aber durch die intensive Zusammenarbeit mit Dietrich Fischer-Dieskau und meinem Liedbegleiter Graham Johnson entwickelte sich alles mehr in Richtung Konzert.
Ist es nicht schwieriger, sich im Liedbereich durchzusetzen als in der Oper?
Für mich war es sehr gut, dass ich zum Studium nach London gegangen und damit aus dem großen Topf der deutschsprachigen Operntradition erst mal rausgefallen bin. In Deutschland wäre für mich alles vorgezeichnet gewesen: Ein junger Bariton hat ganz bestimmte Rollen. Da das englische Opernrepertoire limitierter ist, ist man dort freier in der Auswahl der Genres. So konnte ich selbst feststellen, wo meine Stärken liegen, und ob ich etwas anderes anbieten kann als die anderen.
Hätten Sie gegenwärtig noch Zeit für Opernproduktionen?
Es ist schwierig, wenn es mit dem Konzert gut läuft und die Termine über das ganze Jahr verteilt sind. Deshalb habe ich mich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Michael Stallknecht
Herr Larsen, als ich Sie das erste Mal gesehen habe, waren Sie nackt ...
Das ist nicht weiter verwunderlich, denn seit 2004 singe ich als Osmin in Calixto Bieitos Inszenierung der «Entführung aus dem Serail» meine erste Arie unter der Dusche. Und dabei bin ich logischerweise nicht angezogen.
Zweifellos ist die Produktion auch dieses Auftritts wegen Kult geworden....
Sie wussten genau, was sie nicht wollten: eine Fortsetzung der «verjudeten», «verjazzten» Operette nämlich. Was allerdings genau an die Stelle der ungemein erfolgreichen Werke von Komponisten wie Emmerich Kálmán, Paul Abraham, Ralph Benatzky oder Friedrich Holländer treten sollte, dazu fiel den nationalsozialistischen Kulturfunktionären jenseits von ideologischer...
Der kurze Sommer der Anarchie dauert an. Mit unverminderter Kraft, mit frech-frivolem, umgekehrt-erhabenem Geist. Doch nicht durch die großen Berliner Häuser wandelt derzeit die kecke Gestalt. Man muss in die Seitengassen der bundesdeutschen Kapitale abbiegen, um ein Musiktheater zu erleben, das in einer Gesellschaft von Singularitäten jenen Gegenzauber entfacht,...
