FEINE PROBEN

Jean-Baptiste Lullys und Molières «Le Bourgeois gentilhomme» in einer gelungenen Aufnahme mit Le Poème Harmonique unter Vincent Dumestre

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Ausgelassene Begeisterung klingt anders: «Das eigentliche Schauspielpublikum kam nicht auf seine Kosten, das Opernpublikum wusste nicht viel mit dem Molière anzufangen.

Der Intendant hatte an einem Abend Schauspiel- und Opernpersonal zugleich einzusetzen, und statt zwei guten Einnahmen nur eine, noch dazu nur zweifelhafte !» Derart resigniert fiel 1912 das Urteil von Richard Strauss aus, nachdem er und Hugo von Hofmannsthal in Stuttgart die 250 Jahre alte Gemeinschaftsarbeit eines anderen berühmten Duos wiederzubeleben versucht hatten: «Le Bourgeois gentilhomme» von Molière und Jean-Baptiste Lully. Bis heute ist die comédie-ballet trotz ihres berühmten Titels im Theaterbetrieb weitgehend ein Phantom geblieben. Was paradoxerweise gerade daran liegt, wie meisterhaft eng die beiden Autoren hier Sprechtexte, Musiknummern und – in einem Werk dieser Gattung nicht weniger bedeutend – Tänze miteinander verflochten haben. Doch selbst an Dreispartenhäusern bleiben Schauspiel, Oper und Tanz nicht nur getrennte «Kassen»; auch stilistisch haben sie sich seit Strauss und Hofmannsthal eher noch weiter voneinander entfernt. 

Wie es gehen kann, hat zuletzt der Regisseur Benjamin Lazar mit ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: CDs, DVDs, Bücher, Seite 37
von Michael Stallknecht

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