Fantasievoll

Tschaikowsky: Eugen Onegin am Theater Magdeburg

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Wenn alle Wege verstellt sind, bleibt nur der nach oben, schrieb Franz Werfel einmal. Es gibt aber auch den Weg in die entgegengesetzte Richtung: Als Onegin sie zuletzt bestürmt, bedrängt, alle Ausgänge des menschenleeren Petersburger Ballsaals versperrt und damit ahnen lässt, bei verbalen Zudringlichkeiten könnte es nicht bleiben – da versinkt Tatjana im Bühnenboden. Eine surreale Schlusspointe, und doch bezwingend logisch aus der Handlungsfolge entwickelt.

Walten hier etwa höhere Kräfte? 

Regisseur Julien Chavaz, der in dieser Spielzeit seine Generalintendanz am Theater Magdeburg angetreten hat, verweigert eindeutige Antworten nur zu gern. Tschaikowskys «Lyrische Szenen» siedelt er in einer fantastisch anmutenden Gartenlandschaft an. Onegin und Lenski begegnen uns als Sommerfrischler im pastellfarbenen Agitprop-Look, Tatjana und Olga, Töchter der überaus gestrengen Larina, präsentieren sich im proper sitzenden Rock. Willkommen im sozialistischen Vorzeigeidyll? Keineswegs. Durch den säuberlich gepflegten Garten mit heimeliger Laube und mustergültigem Rollrasen schleicht ein stummer Alter (Steven Beard). Schlumpfig von Statur, aber verhängnisvoll in seinem Handeln. Tatjanas Brief ...

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Opernwelt März 2023
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Werner Kopfmüller

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