Extrem lernfähig
Herr Rustioni, Sie haben an der Oper Lyon eine neue Position. Was unterscheidet einen Musikdirektor vom Chefdirigenten?
Das bedeutet mehr Verantwortung. Nun entscheide ich zum Beispiel auch mit bei der Einladung von Gastdirigenten. Der neue Intendant Richard Brunel, Operndirektor Jochen Breiholz und ich kümmern uns um die großen Linien für die Spielzeiten. Es gibt auch vermehrt Koproduktionen mit anderen Häusern. Mit Aix-en-Provence etwa sind fünf Projekte vereinbart. Als Musikdirektor kann ich außerdem tiefer ins Repertoire eintauchen.
Geplant sind drei große deutsche Opern zur Saisoneröffnung, wir beginnen die kommende Spielzeit mit Wagners «Tannhäuser». Natürlich bleibe ich beim italienischen Repertoire, werde mich aber auch verstärkt um Deutsches, Französisches und Russisches kümmern.
Müssen Sie beim deutschen Repertoire also einiges aufholen?
So würde ich das nicht ausdrücken. Als ich Korrepetitor war, kam ich schon damit in Kontakt. Ich hatte in Stuttgart außerdem eine etwas heikle Erfahrung mit dem «Freischütz» bei der Wiederaufnahme der legendären Inszenierung von Achim Freyer. Für mich war das ein kleiner künstlerischer Schock, aber sehr lehrreich. Kürzlich habe ich in ...
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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Interview, Seite 78
von Markus Thiel
Zu den überragenden Musiknationen gehören in erster Linie Italien, Frankreich, Deutschland und Russland – zumindest dann, wenn man deren Bedeutung an der Zahl und überzeitlichen Bedeutung der dort wirkenden Komponisten ermisst. Ein überaus produktives, zumal hauptstädtisches Musikleben in Konzert wie Oper sowie eine reiche Tradition auch des Populären ließ (und...
Kann das gut gehen? Nicht irgendeine, sondern die dänische Nationaloper als Produktion mit deutscher Textfassung auf die Bühne zu bringen? Und das so, dass der eigentümliche Wortwitz des Originals in der paarreimenden Übertragung gewahrt bleibt? In Leipzig, bei der Premiere von Carl Nielsens «Maskarade», stellt sich die Frage nach dem glücklichen Gelingen in einem...
Alle reden vom Krieg – in der Oper meist nur im Foyer oder bei Benefizaktionen für die Ukraine. Wenn sich aber ein Stück so weit aufs historisch-psychologische Terrain des bewaffneten Konflikts und des königstreuen Patriotismus vorwagt wie Giacomo Meyerbeers «Ein Feldlager in Schlesien» (Untertitel: «Singspiel in drei Akten in Lebensbildern aus der Zeit Friedrichs...
