Es tut gut zu entschleunigen
Eine Allerweltsfrage bekommt eine neue Bedeutung: Wie geht es Ihnen?
Wenn man von 100 auf null runterfährt, dann reagiert die Psyche entsprechend. Sonst habe ich immer innerlich einen gewissen Dampf, weil man ständig an den nächsten Termin denkt. Und nun muss sich der Körper eben umstellen. Ich weiß nicht, wann sich meine Engagements fortsetzen. Wenn man es philosophisch nimmt: Es tut gut zu entschleunigen. Auch das merke ich.
Sie mussten runterfahren, weil die Scala ihre «Salome» wegen mehrerer Corona-Fälle absagte.
Ich hatte zuvor noch mit Yannick Nézet-Séguin drei konzertante Aufführungen der «Frau ohne Schatten». In Paris, Dortmund und Rotterdam – mit das Schönste, Unfassbarste, das ich in meinem Leben machen durfte. Zwischendurch war ich immer mal wieder in Mailand. Als die zona rossa noch weit entfernt war, hieß es, dass ein Kollege im Chor positiv getestet worden und mittlerweile daheim sei. Ihm gehe es gut. Daraufhin sagte die Scala einige Vorstellungen ab, «Il trovatore» zum Beispiel oder «Il turco». Wir probten weiter. Nach einer Orchestersitzprobe und einer Bühnenorchesterprobe wurden Ende Februar plötzlich alle weiteren Vorbereitungen abgesagt. Eine Woche vor der ...
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Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Thema, Seite 22
von Markus Thiel
«Ein supertolles Jahr» hätte es werden können laut Christine Fischer, «richtig voll, super Aufträge, gut bezahlt». Und nun? «Das bricht jetzt alles zusammen», sagt die Managerin der Neuen Vocalsolisten Stuttgart. Sollten bis zum Juli weiterhin Konzerte ausfallen, dann würden ihr 100 000 Euro an Einnahmen fehlen. Bei der Akademie für Alte Musik Berlin ist man da...
Nach 66 Minuten fängt das Leben an. Das Leben in Freiheit, als lange schon gehegter Wille und Wunsch. Eine Tür wird zur Seite geschoben, Luft (von anderen Planeten?) strömt herein, nur eine Jalousie versperrt noch den Weg ins Licht. Doch just in diesem Augenblick endet alles: die Musik, die Worte und Stimmen, der Gesang, die Bewegung. Und plötzlich wirkt die Große...
Dass Jacques Offenbach gleichzeitig mit «Les contes d’Hoffmann», an einer abendfüllenden Operette, «La belle Lurette», schrieb, die drei Wochen nach seinem Tod am Pariser Théâtre de la Renaissance uraufgeführt wurde, dürfte wenig bekannt sein, denn das Stück hatte nicht mehr als einen Achtungserfolg, geriet nach der Premiere sehr schnell in Vergessenheit und wurde...
