Es geht um Ideen
Herr Decker, im Vorwort des neuen Ruhrtriennale-Programmhefts schwärmen Sie von der magischen Atmosphäre der alten Industriearchitektur. Nun denkt man bei Gebläse- und Maschinenhallen erst mal nicht an das Schwerpunktthema des Festivals: den Islam.
Man muss sich vergegenwärtigen, wo diese Hallen stehen. Das Ruhrgebiet ist eine Region, die stark durch Migration geprägt ist. Es stellen sich vor Ort dringliche Fragen, die aus dieser migrationsbestimmten Gesellschaft herkommen.
Zudem glaube ich, dass die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem islamischen Denken eine Aufgabe ist, die auf uns alle zukommt. Und im Ruhrgebiet geschieht das, wie so vieles, früher und intensiver als anderswo. Beim Thema Migration und Ruhrgebiet denkt man allerdings zunächst an die Kohlekumpel aus Polen. Das ist die Geschichte des Ruhrgebiets. Aber die Gegenwart sind die Migrationsströme aus den islamischen Ländern und deren Folgen. Mir ist es wichtig, die Wurzeln des islamischen Denkens zu zeigen und nicht die Tagesaktualitäten, die mit bestimmten Formen des Islam und unserer Islamkritik zu tun haben. Davon hören wir in den Medien ohnehin schon genug. Mir geht es um die Wurzeln, um die Essenz des ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die größte Überraschung, die der Ausstellungsraum von Aldeburghs «Red House» derzeit zu bieten hat, dürfte ein kleiner vergilbter Zeitungsartikel sein. Er stammt vom Juni 1943 und berichtet von einer Aufführung des «Rigoletto» an Londons Sadler’s Wells Opera mit einem jungen Sänger namens Peter Pears in der Rolle des Herzogs von Mantua. Der damals 33-Jährige sollte...
Wenn Filmregisseure Oper inszenieren, ist das Ergebnis oft erstaunlich konservativ. Sei es aus Ehrfurcht vor der hohen Kunst oder schlicht aus Unbeholfenheit scheuen sich die meisten Filmemacher, die Möglichkeiten ihres Mediums auf die Opernbühne zu übertragen und inszenieren statt dessen lieber kreuzbrav am Libretto entlang. Die Britin Penny Woolcock ist da leider...
Noch bevor der erste Ton der neuen «Meistersinger» an der Welsh National Opera (WNO) zu hören war, platziert Richard Jones die Botschaft seiner Inszenierung: Auf dem Vorhang sieht man eine gewaltige, im Sergeant-Pepper-Stil gestaltete Collage mit Porträts deutscher Künstler aus vier Jahrhunderten. Das Spektrum reicht von Bach und Beethoven bis Bausch, Berghaus und...
