Entpuppt

Vivaldi: Arsilda, regina di Ponto
Bratislava | Slowakisches Nationaltheater

Opernwelt - Logo

Die Frage, warum der Schöpfer dem Menschen den mächtigsten Trieb gegeben habe, um diesen sodann ganz oben auf die Verbotsliste zu setzen, hat den «roten Priester» wohl nie sonderlich gequält. Denn Antonio Vivaldi handelte in seiner Libido, glaubt man den Berichten, recht frei. Auf jeden Fall besitzt die schönste Hauptsache der Welt auch in seinen Opern einen ambivalenten Charakter. Wobei die Eigensucht – sempre piace goder il suo bene (immer sein eigenes Wohl genießen) singt Arsildas Verehrer Barzane – eine wesentliche Rolle spielt.

So befreien stete Verstellung und Identitätswechsel die jeweils Liebenden von aller Verantwortung; das dekadente, gelegentlich perverse Spiel ersetzt die Wirklichkeit. Wie eben auch in «Arsilda, regina di Ponto» nach dem Libretto von Benedetto Domenico Lalli.  

Eigentlich geht es dort vor allem um Tamese und Lisea, den Thronprätendenten von Zilizien und seine Zwillingsschwester. Und um Tameses Freund Barzane. Als Gäste des Königs von Ponto verlieben sich die beiden jungen Männer in dessen Tochter Arsilda; diese gibt Tamese den Vorzug, was Barzane in Eifersucht glühen lässt. Auf der Rückreise fällt Tamese vermeintlich einem Schiffbruch zum Opfer. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Spielpläne Ausland

Albanien

Tirana
National Theatre of Opera and Ballet

Tel: +355 4 222 4753
biletaria.tkob@tkob.gov.al
www.tkob.gov.al
– Die Zauberflöte: 17., 19., 21.

Ägypten

Kairo
Cairo Opera

Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Aida: 18., 19., 21., 22.

Argentinien

Buenos Aires
Teatro Colón

Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Das Liebesverbot: 2.
– La...

Überdacht

Seit der «Walküre» vor einem Jahr hat sich die Szenerie des Kieler «Rings» grundlegend verändert. Mit der Verpflichtung einer neuen Bühnenbildnerin, der japanischen Installa­tions- und Performancekünstlerin Chiharu Shiota, scheint der regieführende Intendant Daniel Karasek auch sein Konzept noch einmal überdacht zu haben: Der technologiekritische Ansatz, der sich...

Totales Theater

Die leere, mit Holzplanken ausgelegte Bühne ragt bis in den Zuschauerraum hinein, das brutal-schöne Bild eines im Wasser liegenden, nur mit einem Slip bekleideten toten Mädchens wird projiziert. In pausenlosen 100 Minuten werden wir zu Augen- und Ohrenzeugen des Menschenschlachthauses, das Aischylos, der älteste der griechischen Tragiker, vor zweieinhalb...