Einzigartige Werkstatt
Die Opera North ist inzwischen die einzige britische Kompanie außerhalb Londons, die es richtig macht: Sie hat zwar kein eigenes Ensemble, besetzt die Rollen jedoch aus einem Pool von Künstlern, die dem Publikum bekannt sind. Außerdem hat sie ein breit gefächertes Repertoire inklusive neuer Werke auf dem Spielplan und verpflichtet größtenteils anerkannte Opernregisseure.
Während die Scottish Opera ihrem Orchester Teilzeitverträge aufdrückt, erwartet Richard Mantle, der die Opera North seit mittlerweile 17 Jahren leitet, von der allgemeinen Kürzungswut, die gegenwärtig auf der Insel herrscht, verschont zu bleiben. Stattdessen spielt er sogar mit dem Gedanken, gemeinsam mit dem West Yorkshire Playhouse und dem Northern Ballet eine Werkstatt nach deutschem Vorbild ins Leben zu rufen. Dabei ist die Stadt Leeds, wo die Opera North unter dem Dach des Grand Theatre beheimatet ist, insofern in ganz Großbritannien einzigartig, als sie – analog zum deutschen Dreisparten-Modell – drei künstlerische Kompanien beherbergt.
Durchaus typisch für das selbstbewusste Haus ist somit auch die britische Premiere von Mieczyslaw Weinbergs auf einer Vorlage von Gogol basierender Oper «The Portrait» ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Tom Sutcliffe
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten mit Grasbüscheln auf den Helmen? Schwer zu sehen, schwer zu sagen....
Tschaikowskys «Eugen Onegin» verlangt eine genaue Kenntnis der sozialen, psychologischen, gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland. Verloren in den Weiten eines unendlichen Landes, Rückständigkeit bei der anderswo rasch sich entwickelnden Industrialisierung, Sehnsucht nach einer fernen Welt...
Nach dem großartigen «Lohengrin» zu Beginn der Spielzeit ging das Theater Regensburg mit «Die tote Stadt» erneut an seine Grenzen. Der Abend forderte alle Abteilungen und konnte in der Regie von Ernö Weil, die vorrangig Seelenzustände ausleuchtet, gänzlich überzeugen. Erneut ist die Leistung des Philharmonischen Orchesters unter Tetsuro Ban hervorzuheben, die das...
