Einer flog übers Kuckucksnest
Ist es Zufall, Schicksal, gar Fügung? Jedenfalls ist da schon wieder einer mit diesem Vornamen: Sebastian. Kein Heiliger, gewiss nicht, aber das sind auch die beiden anderen Schauspiel-Regisseure nicht, die dabei sind, das Musiktheater zu revolutionieren, Sebastian Baumgarten und Sebastian Nübling.
Und fast scheint es, als ob die Gattung Oper, soeben vierhundert Jahre alt (oder jung?) geworden, geradezu gedürstet hätte nach Geistern, die – in der Nachfolge des anscheinend ermatteten Nestors Peter Konwitschny – hinter alles, was da schier unverrückbar steht in der Rezeptionsgeschichte, ein dickes Fragezeichen setzen. Und diese Kunstform auf eine Art und Weise befragen, die weit weg führt vom Kulinarischen, um aber auf verschlungenen Pfaden eben dorthin wieder zurückzukehren, nur in veränderter Gestalt (so das Stück danach verlangt). «Peter Grimes», den Baumgarten kürzlich in Dresden inszeniert hat, trug nur Partikel dieses visuell-haptischen «Vergnügens», der Stoff ist fürwahr zu trist. Nüblings «Carmen» in Stuttgart schwelgte da schon eher in satten (übersättigten) Bilderwelten. Und nun also der dritte Sebastian: Sebastian Hartmann, ab Sommer 2008 Intendant des Schauspiels ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Opernland im Umbruch. In Belgien werden in der kommenden Saison alle Musiktheater einen neuen Intendanten oder Künstlerischen Leiter bekommen. Peter de Caluwe, bis jetzt Chef des Künstlerischen Betriebsbüros an der Nederlandse Opera in Amsterdam, wechselt zur Saison 2007/08 an die Brüsseler Monnaie. Er ist Nachfolger von Bernard Foccroulle, der das Festival von...
In den Garten am Hang hinterm Bungalow schüttet der Siegerland-Regen. Reinhard Goebel rutscht auf seinem Biedermeierstuhl herum. «Ich bin kein Opernmensch!», sagt der Mann, der gerade Michael Haydns Salzburger Festoper «Andromeda und Perseus» für die CD und Piccinnis «Catone in Utica» im Nationaltheater Mannheim dirigiert hat. Musikalische Vorlieben, wie sie Goebel...
Die «Ring»-Produktion, die Patrice Chéreau und Pierre Boulez den Bayreuther Festspielen zum hundertsten Jubiläum bescherten, ging als Geniestreich in die Geschichte des modernen Musiktheaters ein. Von den Schildern «Verflucht sei dieser ‹Ring›», die 1976 rund ums Festspielhaus getragen wurden, bis zu den eineinhalb Stunden Abschiedsapplaus im Sommer 1980 war es...
