Ein Wurf
«Geschafft!», muss der Musiktheaterfreund dem Buchtitel entgegnen. «Zu schauen kam ich…», diesen Halbsatz des zum Wanderer gewandelten Wotan, hat die renommierte Theaterfotografin Monika Rittershaus als Titel ihres Doku-Bandes über Wagners «Ring des Nibelungen» gewählt. «…nicht zu schaffen», geht der Satz weiter – und dem ist eben zu widersprechen: Das Frankfurter «Ring»-Team hat es geschafft, und auch Monika Rittershaus ist es gelungen, viele der eindringlichen, ja bewegenden Momente der vier Abende im Bild zu bannen.
Einziges Manko: Die unvergesslichen dreieinhalb Minuten «Weltwerdung» zu Beginn des «Rheingold» müssten als kleines Video beigegeben sein. Als da nämlich Jens Kilians ingeniöse Weiterentwicklung der Bayreuther Weltenscheibe aus dem Dunkel auftauchte und Bibi Abels unprätentiöses Video Wasser und Wassertropfen als Lebensquell hinzufügte, da war ahnend zu hoffen «Das wird was!» Kilians gegen- und miteinander dreh-, heb- und senkbare Welten-Ringe erwiesen sich als wandelbares Einheitsbühnenbild, in dem Vera Nemirova reale wie surreale Spielzüge gestalten konnte. Szenen-Totale wie Ausschnitte wechseln. Ex-OB Petra Roth outet sich als Gegenbeispiel zur dominierenden ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Medien, CDs und DVDs, Bücher, Seite 30
von Wolf-Dieter Peter
Schwarz ist Achim Freyers Welttheaterbühne, und schwarz sind die allegorischen Menschenwesen, die er im Schiller Theater, dem Ausweichquartier der Berliner Staatsoper, versammelt hat. Lebende Schachfiguren, die auf schräger Ebene Schicksal spielen. Es geht, wie (fast) immer bei diesem Kunstpriester mit der staunenden Kinderseele, um letzte Dinge: Himmel und Hölle,...
Wer derzeit durch die internationalen Opernpläne scrollt, staunt nicht schlecht: Just Igor Strawinskys «The Rake’s Progress», der nach der venezianischen Uraufführung im Jahr 1951 in den Augen progressiver Kreise den Ruf vom «Reaktionär» Strawinsky eindrucksvoll zu bestätigen schien – diese einzige «echte» Oper des russischen Weltbürgers erfährt derzeit etliche...
Fünfzig Jahre ist es her, dass sie vergiftet in ihrer Wohnung in Los Angeles aufgefunden wurde. Und doch hat jeder beim Stichwort «Marilyn Monroe» immer noch Assoziationen und Bilder im Kopf: die platinblonden Haare, der Kussmund, «I wanna be loved by you». Eine tragische Ikone: Allzu unvereinbar blieben innere Wünsche und äußere Erwartungen. Dazu kommt der frühe...
